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Thilo Scholpp FDP Baden Württemberg Fridays for Future
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Thilo Scholpp (FDP): Im Wahlkampf zur Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg beleidigt der Politiker die „Fridays for Future“-Bewegung.

„Solche Arschlöcher“

FDP-Politiker blamiert sich vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: Peinliche Mail an „Fridays for Future“

  • VonMirko Schmid
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Thilo Scholpp, Kandidat der FDP für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, blamiert sich in einer E-Mail an die „Fridays for Future“-Bewegung.

Stuttgart – Eine alte Büro-Faustregel besagt: Vor dem Absenden einer E-Mail immer schauen, ob alle Anlagen da sind und ob die Mail an die richtige Person adressiert ist. Thilo Scholpp, Kandidat der FDP für die Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg, hätte sich einigen Ärger ersparen können, hätte er diesen Klassiker der digitalen Kommunikation vor Augen gehabt, bevor er unlängst eine E-Mail an die Klima-Bewegung „Fridays for Future“ verschickte.

Vor Landtagswahl in Baden-Württemberg: Thilo Scholpp (FDP) beleidigt „Fridays for Future“

Denn, so viel ist inzwischen klar: Thilo Scholpp wollte eine E-Mail der Stuttgarter „Fridays for Future“-Ortsgruppe eigentlich an einen Kollegen weiterleiten, der ihm laut eigener Aussage beim Texten hilft. Laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) handelt es sich dabei um eine E-Mail mit einem Fragebogen zur Klimapolitik der Stuttgarter „Fridays for Future“-Ortsgruppe, die an alle Direktkandidat:innen zur Landtagswahl 2021 in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg geschickt worden war.

In seiner E-Mail, die für seinen Texthelfer gedacht war, nannte Thilo Scholpp die jungen Aktivist:innen „solche Arschlöcher“. Nur: Statt die E-Mail ausschließlich an seinen Kollegen weiterzuleiten, hat Scholpp wohl auf „Allen antworten“ geklickt, wodurch seine unfreundliche Bemerkung umgehend im Postfach der Klimaschutzbewegung landete.

Das fand die Stuttgarter „Fridays for Future“-Ortsgruppe offenbar nicht besonders witzig. Laut der Aktivistin Cosima Rade habe der Kommentar des FDP-Politikers Thilo Scholpp die Aktivist:innen „betroffen zurückgelassen“. Sie stehe „exemplarisch“ und wecke bei den jungen Klimaschützer:innen den Zweifel, „dass Menschen, die derartig respektlos auf das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen reagieren, im Landtag sachliche, gerechte, und wissenschaftlich-fundierte politische Entscheidungen treffen werden.“

Thili Scholpp (FDP) will sich entschuldigen: „Habe etwas unflätig reagiert“

Thilo Scholpp selbst, laut seiner Homepage selbstständiger Netzwerk-, Datenschutz- und IT-Experte, bedauert den Vorfall nach eigener Aussage. Gegenüber der Deutschen Presseagentur gab der Direktkandidat der Stuttgarter FDP an, sein Kommentar sei ihm „rausgerutscht“, außerdem habe er „etwas unflätig reagiert“. Grund für seinen Ärger sei gewesen, dass die Zeit zwischen dem Eingang des Fragebogens und der Abgabefrist nur eine Woche betragen habe. Er müsse sich entschuldigen, so Scholpp, auch weil seine eigene Tochter für „Fridays for Future“ aktiv sei. Mit der Klimaschutzbewegung, beteuert der Politiker der FDP Baden-Württemberg, habe er „kein Problem“.

Auf Twitter erntet Thilo Scholpp für seine Äußerungen größtenteils Kritik. Der User „Bjørn“ schreibt: „Und sich dann noch mit der Tochter verteidigen. Mensch, da schreibt man, Deadline zu kurz und fertig. Eventuell wird sie verlängert oder eben nicht. Extrem unprofessionell.“ „Joachim“ sieht in Scholpps E-Mail eine Demaskierung: „Man sollte Scholpp für seine ungeschminkte Äußerung dankbar sein, denn so wird überdeutlich, was die Herren wirklich meinen.“ Aus der gegenüber der Klimabewegung Fridays for Future kritisch eingestellten Ecke hingegen kommen lobende Kommentare. Ein User schreibt: „Bester Mann.“ (Mirko Schmid mit dpa)

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