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Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerpräsident von Baden-Württemberg, spricht auf dem Landesparteitag von Bündnis90/Die Grünen Baden-Württemberg. Aufgrund der aktuellen Infektionslage findet die Landesdelegiertenkonferenz größtenteils digital statt.
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Winfried Kretschmann auf dem Parteitag der Grünen Baden-Württemberg

Wahl in Baden-Württemberg

Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann - Vom Kommunisten zur Grünen-Hoffnung

  • Joshua Schößler
    VonJoshua Schößler
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Winfried Kretschmann tritt bei der Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg als Spitzenkandidat für die Grünen an. Doch wie kam der frühere Kommunist dahin?

Stuttgart – Man könnte meinen, dass man es als grüner Ministerpräsident im traditionell schwarz regierten Baden-Württemberg nicht leicht hat. Doch für Winfried Kretschmann scheint das nicht zu gelten. Nach seiner Ankündigung im September 2019, bei der Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg gegen CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann anzutreten, stiegen die Beliebtheitswerte der Grünen auf 38 Prozent. Wie kommt das?

Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann tritt als Spitzenkandidat der Grünen an

Kretschmann wurde am 17. Mai 1948 in Spaichingen geboren und wuchs in einem katholischen Elternhaus auf. Nach dem Abitur auf einem Gymnasium in Oberschwaben studierte er an der Universität Hohenheim Biologie und Chemie für das Lehramt an Gymnasien. Er unterrichtete nach dem zweiten Staatsexamen 1977 als Lehrer in Stuttgart, Esslingen, Mengen und Bad Schussenried.

Doch seiner Karriere als Lehrer drohte früh das Aus. Weil er sich während seiner Studienjahre in der Hochschulgruppe des Kommunistischen Bundes Westdeutschland engagierte und Maoisten nahestand, drohte ihm aufgrund des Radikalenerlasses ein Berufsverbot. Der Verfassungsschutz hatte dem Oberschulamt gemeldet, dass Kretschmann zwei mal für kommunistische Hochschulgruppen zum Studentenkonvent kandidiert hatte.

Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann ist seit 2011 erster Grüner Ministerpräsident in Deutschland

Rückwirkend bezeichnet Kretschmann seine kommunistischen Jahre als „fundamentalen politischen Irrtum“. Auf die Frage, wie er der politischen Ausrichtung seiner Studienjahre zu einem Ministerpräsidenten wurde, der zusammen mit der CDU regiert, antwortete er: „Der Sturm und Drang der Jugend wird irgendwann durch Vernunft abgelöst. So ist es mit Parteien auch.“

Über seine Tätigkeit als Vorsitzender des Allgemeinen Studentenausschusses (AStA) der Universität Hohenheim kam er schließlich zu den Grünen. 1979 gründete er mit wenigen anderen die Grünen Baden-Württemberg. Ein Jahr später wurde er Mitglied der ersten grünen Fraktion im baden-württembergischen Landtag. 1986 wurde er von Joschka Fischer als Grundsatzreferent ins erste grüne Umweltministerium berufen.

Seit 1988 ist Winfried Kretschmann Mitglied im Landtag von Baden-Württemberg

Seit 1988 gehört Winfried Kretschmann mit einer kurzen Unterbrechung durchgehend dem baden-württembergischen Landtag an. Im Jahr 2002 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden seiner Partei gewählt und hatte dieses Amt bis 2011 inne. Seit dem 12. Mai 2011 ist er der neunte Ministerpräsident von Baden-Württemberg und damit der erste grüne Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik. Diese Position konnte er bei der Landtagswahl 2016 in Baden-Württemberg verteidigen.

Darüber hinaus ist der gläubige Katholik Mitglied des Diözesanrats des Erzbistums Freiburg sowie des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Er ist zudem Vorsitzender des Kuratoriums der Führungsakademie Baden-Württemberg und Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Museums Münchens.

Landtagswahl 2021 in Baden-Württemberg: Wofür steht Winfried Kretschmann?

Bei der anstehenden Landtagswahl geht es um die Frage, wofür Winfried Kretschmann politisch steht. Für seine Partei steht, wie sollte es anders sein, der Klimaschutz an oberster Stelle. Dazu setzen die Grünen beispielsweise auf die verpflichtende Installation von Solaranlagen, sollte ein Dach saniert oder renoviert werden.

Weiterhin planen sie den Bau von 2.000 Windrädern in Baden-Württemberg. Bis 2030 soll das Land zudem nicht nur den Kohleausstieg umsetzen, sondern auch die CO2-Emissionen um 40 Prozent senken. Dazu soll der öffentliche Verkehr gestärkt und die Strecke, die mit Autos zurückgelegt wird, um ein Drittel reduziert werden. Kretschmann setzt hier insbesondere auf Innovationen der Automobilindustrie. Seine Meinung: „Wir haben das Auto erfunden, warum soll uns das nicht nochmal gelingen?“ Konkurrenz beim Thema Klimaschutz bekommen die Grünen unter anderem von der SPD und der FDP.

Inwiefern Kretschmann der Spagat zwischen den Grünen und der CDU auch nach der Landtagswahl 2021 gelingt und welche Rolle Grünen-Politiker Boris Palmer dabei spielt, muss sich noch zeigen. Die Wähler:innen hat er jedoch auf seiner Seite. (Joshua Schößler)

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