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Reicht das? Schild an der deutsch-österreichischen Grenze, die nur noch für Pendler und den Warenverkehr offen ist. 

Coronavirus

Ein Land in Quarantäne

Von der Bar über die Kirchen bis zum Spielplatz: Bundesregierung und Länder legen das öffentliche Leben lahm.

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus haben die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der Länder am Montag beschlossen, dass zahlreiche Geschäfte geschlossen werden sollen. Davon ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien sowie Tankstellen, Banken, Poststellen und der Großhandel. Hier sollen aber Hygiene- und andere Auflagen erlassen werden.

Wie in einigen Bundesländern bereits geschehen, sollen zudem überall Einrichtungen wie Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen, Theater, Opernhäuser und Museen sowie Spielbanken, Bordelle und Sportanlagen zugemacht werden. Das gilt auch für Spielplätze. Restaurants und andere Speisegaststätten müssen spätestens um 18 Uhr wieder schließen. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und in Einrichtungen anderer Glaubensgemeinschaften sollen ebenso untersagt werden wie Kurse in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen Bildungseinrichtungen. Auch Busreisen soll es nicht mehr geben.

Zuvor hatten medizinische Fachverbände tiefgreifende Einschränkungen des öffentlichen Lebens gefordert. Die Absage von Veranstaltungen und die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten seien wichtige Schritte, reichten aber nicht aus, erklärten die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie und die Deutsche Gesellschaft für innere Medizin. Zur Begründung hieß es: „Den Anstieg der Fälle für die nächsten zwei Wochen lässt sich aktuell kaum mehr beeinflussen, aber rasche effektive Maßnahmen können immer noch die Höhe der anrollenden Welle von Infektionen deutlich verringern.“

Das Robert-Koch-Institut (RKI) rechnet frühestens Ende kommender Woche mit möglichen Effekten der bereits getroffenen Schutzvorkehrungen. „Man müsste nach zehn bis zwölf Tagen sehen, ob diese Maßnahmen greifen“, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade am Montag.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schlägt den EU-Staats- und Regierungschefs einen Einreisestopp in die EU vor. Diese wollen sich heute in einer Videokonferenz beraten. Das Einreiseverbot soll zunächst für 30 Tage gelten. (afp)

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