+
Türkische Soldaten beobachten die Grenze zu Syrien.

Grenzkonflikt Syrien Türkei

Lage weiter angespannt

Trotz der Spannungen mit der Türkei gehen die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Syrien auch in den grenznahen Gebieten mit unverminderter Heftigkeit weiter. Umkämpft ist zudem weiterhin die Großstadt Aleppo.

Trotz der Spannungen mit der Türkei gehen die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen in Syrien auch in den grenznahen Gebieten mit unverminderter Heftigkeit weiter. Umkämpft ist zudem weiterhin die Großstadt Aleppo.

Auch nach der Verurteilung durch den UN-Sicherheitsrat hält der syrische Beschuss türkischer Grenzorte an. Die türkische Armee erwiderte am Samstag nach Behördenangaben einen Artilleriebeschuss aus Syrien auf die südosttürkische Provinz Hatay. In Syrien selbst setzte die Armee von Staatschef Baschar al-Assad ihre Angriffe auf Rebellenhochburgen fort.

Die Regierung von Hatay erklärte, eine Granate aus Syrien sei Samstagfrüh auf unbewohntem Gebiet eingeschlagen, 700 Meter von dem Dorf Güvecci und 300 Meter von einem Posten der Gendarmerie entfernt. Opfer habe es nicht gegeben. Die Granate stammte demnach von regierungstreuen Kämpfern in Syrien und richtete sich gegen Aufständische. Die türkische Armee habe darauf mit vier Mörsergranaten-Salven reagiert.

Laut einem Bericht der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wurde die Granate von dem angrenzenden syrischen Gebiet Chirbet al-Dschos abgefeuert, wo sich die syrische Armee Gefechte mit Aufständischen liefert. Die in London ansässige syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Samstag von Luftangriffen und Gefechten in Aleppo 50 Kilometer von der Landesgrenze entfernt.

Auch in der nördlichen Provinz Idlib, die an die Türkei angrenzt, lieferten sich Regimetruppen und Rebellen stundenlange Schusswechsel in der Nähe eines Militärflughafens. Kämpfe wurden darüber hinaus erneut aus dem Großraum Damaskus sowie aus Homs und Daraa gemeldet.

Am Mittwoch waren im türkischen Grenzort Akcakale fünf Zivilisten durch syrischen Artilleriebeschuss getötet worden. Die Türkei hatte daraufhin Vergeltungsangriffe gestartet, bei denen unbestätigten Berichten zufolge mehrere syrische Soldaten getötet wurden. Auch am Freitagabend gab es türkische Gegenangriffe als Reaktion auf Artilleriebeschuss aus Syrien.

Kämpfe in Syrien gehen weiter

Das türkische Parlament hatte der Regierung am Donnerstag ein Mandat für eine weitere militärische Intervention in Syrien erteilt. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte am selben Tag den Beschuss türkischen Gebiets durch Syrien auf das Schärfste.
Die Kämpfe in Syrien gingen derweil weiter. In der Provinz Homs bombardierte die Armee am Samstag Rebellenhochburgen, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Dabei seien im Dorf Taibeh al-Gharbije nahe Hula fünf Zivilisten getötet worden. Die Einwohner seien massenhaft geflohen. Auch in der Stadt Homs setzte die Armee die Bombardierungen fort. Außerdem brachen laut Beobachtungsstelle Gefechte aus, als die Armee versuchte, zu Stellungen der Aufständischen vorzudringen.

Im Viertel Muhadschirin der Hauptstadt Damaskus habe die Armee ihr Aufgebot verstärkt und Gebäude durchsucht, berichtete die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle, die in Syrien ein breites Netzwerk von Ärzten und aufständischen Kämpfern hat. Südwestlich von Damaskus seien bei einem Rebellenangriff auf einen Kontrollposten der Armee mindestens zwei Soldaten getötet worden. Bombardierungen habe es außerdem in Aleppo gegeben. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, die Armee habe in Aleppo „Terroristen“ getötet, darunter vier Türken.

Der frühere Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz und ehemalige Kanzlerberater Horst Teltschik warnte die NATO vor einer vorschnellen militärischen Unterstützung des Bündnispartners Türkei. Die Lage im türkisch-syrischen Grenzgebiet sei unübersichtlich und damit „außerordentlich gefährlich“, sagte Teltschik am Samstag im Deutschlandradio Kultur. Es sei nicht auszuschließen, dass es sich bei den Granateinschlägen auf türkischem Gebiet um gezielte Provokationen oppositioneller syrischer Gruppen handele.

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, forderte in der Bild-Zeitung vom Samstag die NATO auf, „ein Zeichen der Abschreckung an Syrien zu senden, andererseits mäßigend auf die Türkei einzuwirken“. (afp/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion