Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Impfstoff für Schweinegrippe - de Bundesländern wollen einen Nachlass vom Hersteller.
+
Impfstoff für Schweinegrippe - de Bundesländern wollen einen Nachlass vom Hersteller.

Schweinegrippe-Impfstoff

Länder fordern Rabatt

Die Schweinegrippe in Deutschland verlief bislang glimpflich - und die Länder stellen fest, dass sie viel zu viel Impfstoff bestellt haben. Jetzt wollen sie einen Nachlass vom Hersteller. Von Michael Bergius

Von Michael Bergius

Berlin. Angesichts des bisher relativ glimpflichen Verlaufs der Schweinegrippe wollen die Bundesländer ihre Impfstrategie ändern. Dabei soll auch der Versuch unternommen werden, den Pharmahersteller GlaxoSmithKline (GSK) zu einer Kulanz-Regelung zu bewegen, was noch ausstehende Lieferungen des Wirkstoffs Pandemrix betrifft.

Das Thüringer Gesundheitsministerium, das bis heute das Vorgehen der Länder koordiniert, kündigte für den 7. Januar Nachverhandlungen mit GSK an. Als die Schweinegrippe im Sommer weltweit auf dem Vormarsch gewesen sei, habe man vorsorglich 50 Millionen Impfdosen bestellt, die sich mittlerweile in dieser Menge nicht mehr als notwendig erwiesen, hieß es zur Begründung. GSK hat zur Bekämpfung des H1N1-Virus de facto in Deutschland ein Liefermonopol.

Das bereits vorfixierte Vertragswerk mit Bund und Ländern war zuletzt wiederholt als zu unternehmensfreundlich kritisiert worden. Der Kontrakt gibt dem Pharmahersteller auf, bei Bestellung durch die öffentliche Hand in relativ kurzer Zeit große Mengen des Wirkstoffs Pandemrix zu liefern. Auf der anderen Seite sind die Abnehmer verpflichtet, die produzierten Chargen abzunehmen - auch wenn sich der Impfbedarf beziehungsweise die Nachfrage als geringer entpuppen sollte. Seit Monaten gibt es eine Kontroverse über den vergleichsweise hohen Preis (von mehr als acht Euro pro Dosis) sowie über angeblich mangelnde Haftungsregeln für den Hersteller.

Thüringens Gesundheits-Staatssekretär Hartmut Schubert (SPD) sagte, in Deutschland würden insgesamt nur noch 25 Millionen Dosen benötigt. Bereits ausgeliefert worden sind bis jetzt etwa 18 Millionen. Schubert und viele seiner Länderkollegen hoffen, dass man in Verhandlungen mit GSK die Liefermengen nachträglich reduzieren kann.

Das Bundesgesundheitsministerium verwies darauf, dass die Organisation der Impfungen Ländersache sei. Allerdings sei der Bund bereit, als "Mittler" einzutreten, hieß es in Berlin; denkbar sei etwa, in Deutschland nicht benötigten Impfstoff an Staaten mit dringendem Bedarf weiterzuverkaufen. Als potenzielle Abnehmer werden die Ukraine, Albanien oder Mazedonien genannt. Allerdings ergebe sich hier das Problem, dass der deutsche Marktpreis für Pandemrix deutlich über jenem liege, den GSK in anderen Staaten für den Stoff verlange.

Der Pharmakonzern zeigte sich offen. "Wir sind gesprächsbereit", sagte ein Glaxo-Sprecher der FR; allerdings, so betonte er auch, werde man "im Rahmen bestehender Verträge reden, an die sich beide Seiten halten müssen". Dabei verwies er auf die äußerst aufwendige Produktion im Dresdner GSK-Werk, die man "nicht mal eben so stoppen" könne.

Einiges schiefgelaufen

Der Gesundheitsexperte der Bundesverbraucherzentrale, Stefan Etgeton, rät zu einer Nachbetrachtung: "Man sollte den gesamten Prozess dieses ersten Anwendungsfalls des nationalen Pandemieplans kritisch auswerten", sagte er der FR . Vor allem in der Kommunikation sei einiges "schiefgelaufen". Derlei könne man sich "im Ernstfall einer wirklich gravierenden Grippe nicht erlauben", sagte er.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare