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Kurz vor der Weihnachtsreisezeit macht Israel die Grenzen dicht

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Von: Maria Sterkl

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Wegen der neuen Coronavirus-Variante Omikron darf nur noch die eigene Bevölkerung nach Israel einreisen. Es gibt allerdings Ausnahmen.

Der Weihnachtsbaum steht noch nackt und kitschbefreit auf dem Platz vor der Geburtskirche Betlehems. Bald kommen die Kugeln, die Girlanden, die Kerzen, das Licht. Und die Tourist:innen hoffentlich auch, sagte der Bürgermeister von Betlehem, Anton Salman, zum Auftakt der ersten Weihnachts-Tourismussaison seit 2019. Das war Samstagmittag. Wenige Stunden später tagte in Tel Aviv das Corona-Kabinett. Und dann kam die Nachricht: Israel schließt die Grenzen. Wer nicht die israelische Staatsbürgerschaft hat, darf nicht mehr ins Land – abgesehen von Einzelfällen, die vom „Ausnahmefallkommitee“ bewilligt werden. Pilgerreisende und alle anderen Tourist:innen dürfen nicht mehr ins Land.

Alle Israelis und Israelinnen, die zurückkehren, müssen für mindestens drei Tage in Quarantäne. Sind sie ungeimpft, sind es vierzehn Tage Isolation. Kommen sie aus einem der 56 Länder, die auf der roten Liste stehen, müssen alle Rückkehrenden, egal ob geimpft oder ungeimpft, die Isolation im Corona-Hotel verbringen. Diese Regeln sollen zwei Wochen lang gelten. So lange dürfte es dauern, bis feststeht, ob die Impfung gegen die Omikron-Variante schützt.

Dass sich die neue Variante in Israel ausbreitet, werden diese Vorgaben nicht verhindern können. Omikron ist schon da; derzeit stehen 13 Infizierte im Verdacht, sich mit der neuen Variante angesteckt zu haben. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Zumindest drei dieser Fälle dürften sich im Inland angesteckt haben. Der einzige bestätigte Omikron-Fall Israels ist hingegen am Donnerstag aus Malawi zurückgekehrt. Ausgerechnet diese Betroffene saß nach ihrer Landung für rund sechs Stunden lang in einem öffentlichen Bus. Um Übertragungswege besser nachverfolgen zu können, setzt die Regierung nun wieder auf das umstrittene Handy-Tracking durch den Inlandsgeheimdienst Shin Beit.

Vorsicht sei geboten, Alarmstimmung jedoch nicht, sagt Israels Corona-Beauftragter Salman Zarka: Bereits jetzt häuften sich Hinweise, dass die Pfizer-Biontech-Impfstoff gegen schwere Erkrankungen schützt. Israel forciert daher die Impfung in allen Altersgruppen ab fünf Jahren, Impfstationen an Schulen sollen dabei helfen.

Während das Ausland Israel für sein rasches Reagieren bewundert, äußern sich Fachleute im Inland kritisch: Man hätte sich einiges erspart, wenn die Meldungen aus Südafrika früher ernst genommen worden wären, sagt Galia Rahav, Leiterin des Zentrums für Infektionskrankheiten am Sheba-Spital – zumal man bereits seit 11. November von der neuen Variante weiß.

Während die Tourismusbetriebe in Israel auf staatliche Ausgleichszahlungen hoffen können, werden die vom Reisegeschäft abhängigen Betriebe in Betlehem und anderen palästinensischen Städten jedoch leer ausgehen. Die Regierung leide selbst unter hoher Verschuldung, ihre Möglichkeiten seien begrenzt, sagte die palästinensische Tourismusministerin Rula Maayaa. Man hoffe nun, dass wenigstens Chris:innen aus Israel zu Weihnachten die heiligen Stätten besuchen werden.

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