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Fritz Kuhn hat für sein Leben „noch andere Pläne“.

Grüne

Kuhn sagt Nein

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Stuttgarts OB lehnt weitere Kandidatur ab.

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn verzichtet überraschend auf eine erneute Kandidatur bei der Wahl im November und damit auf eine zweite Amtszeit. Der 64-jährige Grüne machte dabei am Dienstag persönliche Gründe geltend. Am Ende der zweiten Amtszeit wäre er 73, so Kuhn, und überlege deshalb, in seinem Leben noch einmal etwas anderes zu machen.

Grünen-Chef Robert Habeck sagte bei der Klausurtagung des Parteivorstandes in Hamburg, man habe davon nichts gewusst, müsse aber auch nicht über alles im Vorfeld informiert sein. Er würdigte Kuhns Verdienste um die Partei und sagte: „Danke, Fritz!“ Kuhn, der bei den Grünen Partei- und Fraktionschef war, zählte als grüner Oberbürgermeister einer Großstadt zu den politischen Pionieren.

Unterdessen hat die Diskussion um einen möglichen Nachfolgekandidaten schon begonnen. Der ehemalige Vorsitzende der Grünen, Reinhard Bütikofer, brachte seinen Nachfolger Cem Özdemir ins Spiel. „Die Entscheidung von Fritz Kuhn gibt der Stuttgarter OB-Wahl eine noch spannendere Bedeutung“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Auf der Liste der Namen von Grünen, die das für uns gewinnen könnten, steht der von Cem Özdemir sicher ganz vorne.“

Özdemir will wohl nicht

Im Dezember hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann gesagt, Özdemir sei auch ein denkbarer Kanzlerkandidat – und damit Kritik des Politischen Bundesgeschäftsführers Michael Kellner ausgelöst.

Der 54-jährige Özdemir – im schwäbischen Bad Urach geboren, Fan des VfB Stuttgart und dort zuletzt als Präsident im Gespräch – ist seit Januar 2018 nicht mehr Parteivorsitzender, steht aber als OB-Kandidat nicht zur Verfügung, wie er am Dienstag bei Twitter mitteilte. Özdemirs Kandidatur für den Fraktionsvorsitz scheiterte im Herbst. Bekannt ist, dass er mit seinem jetzigen Status als Vorsitzender des Bundestagsverkehrsausschusses nicht zufrieden ist. Als denkbar gilt, dass Özdemir im Falle einer Regierungsbeteiligung der Grünen nach der nächsten Bundestagswahl als Minister ins Bundeskabinett aufrückt. Doch auch das ist keineswegs sicher, da es zahlreiche Aspiranten auf Ministerämter gibt und Özdemir auch Gegner hat.

Die grüne Landtagspräsidentin Muhterem Aras schloss eine Kandidatur für das Stuttgarter Oberbürgermeisteramt wiederum nicht aus. „Dass auch ich in den Blick gerate in der Frage einer OB-Kandidatur für Stuttgart, ist mir bewusst“, sagte sie und fügte hinzu: „Ich vertraue darauf, dass sich der Kreisverband so viel Zeit lässt, wie nötig ist, um eine gute Entscheidung für die Landeshauptstadt zu treffen.“

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