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Investiert die Nobel-Stiftung das ihr anvertraute Geld in Rüstungsgüter und Atomwaffen? Nach Recherchen des ZDF und der Organisation Facing Finance tut sie genau das. Die Internationale Kampagne gegen Atomwaffen (Ican), die in diesem Jahr den Friedensnobelpreis bekommen hat, will das ändern.

Geldanlage in Atomwaffen

Kritik an Investitions-Politik von Nobel-Stiftung

Die Nobel-Stiftung verwaltet das Vermögen, mit dem die Preisgelder für die Auszeichnungen finanziert werden. Nun werden Vorwürfe laut, die Stiftung würde das Geld in Rüstungsgüter und Atomwaffen investieren.

Die Investitionspolitik der Nobelpreis-Stiftung sorgt für heftige Irritationen. Eine deutsche Nicht-Regierungsorganisation hat das Anti-Atomwaffenbündnis Ican aufgefordert, das Preisgeld für den Friedensnobelpreis nicht anzunehmen.

Hintergrund sind Recherchen der finanzmarktkritischen Organisation Facing Finance und des ZDF, nach denen die Millionen der Nobel-Stiftung unter anderem in Atomwaffen-Hersteller investiert werden, darunter in die Firmen Textron, Lockheed Martin und Raytheon. Alle drei Firmen seien Teil des US-amerikanischen Atomwaffenprogramms, so „Facing Finance“.

Ican begegnete der Forderung ihres Mitglieds „Facing Finance“, das Preisgeld von umgerechnet 945 000 Euro nicht anzunehmen, sondern an Opfer der Atombombenabwürfe von 1945 zu spenden, mit Zurückhaltung. Es sei besser, das Geld für die Arbeit von Ican einzusetzen und etwa in die Kampagne „Don‘t Bank on the Bomb“ gegen Investitionen bei Waffenherstellern zu stecken.

Die diesjährigen Friedensnobelpreisträger wollten mit der Nobel-Stiftung zusammenarbeiten, damit sie ihr Vermögen nicht mehr bei Herstellern von Atomwaffen anlege, sagte Xanthe Hall vom Vorstand von Ican-Deutschland dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag.

Die Nobelstiftung wies indes die Vorwürfe nicht zurück, sondern erklärte, sie habe sich nach dem beanstandeten Finanzreport von 2016 neue Regeln gegeben. „Heute hat die Nobelstiftung klare Richtlinien zu Ethik und Nachhaltigkeit“, sagte Exekutivdirektor Lars Heikensten.

Es gebe keine neuen Investitionen in Fonds mit Unternehmen, die internationale Konventionen zu Landminen oder Streubomben missachteten oder in Atomwaffen investierten. Auch die aktuellen Investitionen würden nach diesen Richtlinien überprüft.

Die Nobelstiftung wurde 1900 gegründet. Sie verwaltet das Vermögen, mit dem unter anderem die Preisgelder für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden finanziert werden. Gestiftet hatte die Auszeichnungen der schwedische Chemiker und Industrielle Alfred Nobel (1833-1896). Kürzlich erhöhte die Nobelstiftung alle Preisgelder um jeweils eine Million auf neun Millionen schwedische Kronen (etwa 945 000 Euro). (dpa/kna)

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