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Kritik an Robert Habecks Plänen: Protest gegen CO2-Endlager

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Von: Joachim Wille

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Steht bei Umweltschützer:innen in der Kritik: Klimaminister Habeck.
Steht bei Umweltschützer:innen in der Kritik: Klimaminister Habeck © afp

Robert Habeck plant, Kohlendioxid-Speichertechnik auch in Deutschland einzusetzen. Der Umweltverband BUND warnt vor dem Speichern im Boden

Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), wonach die umstrittene Kohlendioxid-Speichertechnik CCS künftig auch in Deutschland zum Einsatz kommen könnte, haben bei Umweltschützer:innen Protest ausgelöst. Der Verband BUND warnte davor, Millionen Tonnen Industrie-CO2 unterirdisch deponieren zu wollen, „anstatt die Emissionen im Industriesektor zu reduzieren“. Ebenfalls kritisierte er geplante Milliarden-Subventionen für CCS über sogenannte Klimaschutzverträge sowie den Vorstoß von Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP), die Speicherung von CO2 im Boden im industriellen Maßstab kurzfristig zuzulassen.

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In einem Bericht der Bundesregierung heißt es, man prüfe die „Ermöglichung der CO2-Speicherung in Deutschland inklusive unter dem Meeresboden“. Damit öffnet die Ampel auch die Option für ein CO2-Endlager in Norddeutschland, wo die geologischen Voraussetzungen dafür günstig sind. Nachdem unlängst ein Entwurf des Berichts bekannt geworden war, wurde vor allem ein Transport des Treibhausgases nach Norwegen oder die Niederlande diskutiert. Dort soll es in leere Erdgaslager gepumpt werden.

Ampel sieht Notwendigkeit für „Carbon Capture and Storage“

Der Ampel-Bericht betont die Notwendigkeit der Technik für Industrieprozesse wie etwa die Zementherstellung, um vollständige Klimaneutralität zu erreichen. Die ist in Deutschland bis 2045 geplant. Ohne CCS könnten die verschärften Klimaziele nicht erreicht werden, heißt es.

CCS steht für „Carbon Capture and Storage“, also: Kohlenstoff-Abscheidung und -Lagerung. In Deutschland hatten Bedenken wegen möglicher Leckagen, künstlicher Erdbeben und Risiken fürs Grundwasser nach Protesten vor allem in Norddeutschland zu einem Quasi-Verbot der Technik durch das 2012 von der damaligen schwarz-gelben Bundesregierung verabschiedete CCS-Gesetz geführt. Der Weltklimarat IPCC hält CCS freilich für nötig, um das 1,5-Grad-Limit der Erderwärmung einhalten zu können.

Der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt kritisierte: „Es ist brandgefährlich für den Klimaschutz, dass die Evaluierung des CCS-Gesetzes so stark von Industrieinteressen überlagert wurde.“ Die Industrie wolle ihre Abgase einfach unter der Nordsee deponieren, anstatt die Emissionen endlich zu reduzieren. „Aber die Meere sind nicht die Müllhalde der Menschheit oder eine Deponie für Klimamüll.“ CO2 dort zu verpressen, sei profitabel für die Gasindustrie, diese kalkuliere Lecks aber schon ein, die gefährlich für den Lebensraum dort seien.

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