1. Startseite
  2. Politik

Krisenerfahren und "intensiv"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Washington. Der neue US-Finanzminister Timothy Geithner ist mit seinen 47 Jahren zwar noch relativ jung, aber er gilt als krisenerprobt - genau das, was er

Washington. Der neue US-Finanzminister Timothy Geithner ist mit seinen 47 Jahren zwar noch relativ jung, aber er gilt als krisenerprobt - genau das, was er angesichts der derzeitigen Finanz-und Wirtschaftsmisere benötigt.

Bevor er 2003 auf seinen bisherigen Posten als Präsident der New Yorker Notenbank rückte, war er unter Präsident Bill Clinton ein Spitzenbeamter im Finanzministerium und formulierte Ende der 90er Jahre maßgeblich die amerikanische Politik nach dem Zusammenbruch der Währungen in Russland, Mexiko und Asien.

Weitgehend hinter den Kulissen arbeitete Geithner im vergangenen Jahr auch eng mit dem damaligen Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke bei der Bekämpfung der Finanzkrise zusammen. So war er federführend an der Rettungsaktion für die Investmentbank Bear Stearns und den Versicherungsriesen AIG beteiligt.

Geithner, dessen Stil die "Washington Post" als "intensiv" aber zugleich kooperativ beschreibt, gehörte in den frühen 90er Jahren dem Mitarbeiterstab der internationalen Abteilung im Finanzministerium an, als dem damaligen Staatssekretär Lawrence Summers sein Talent auffiel.

Damit begann der Aufstieg: Geithner selbst brachte es Ende der 90er Jahre zum Staatssekretär. 2002 trat er als Experte für internationale Wirtschaft in das renommierte Forschungsinstitut Council on Foreign Relations ein. Außerdem arbeitete er als Direktor für politische Entwicklung beim Internationalen Währungsfonds (IWF).

Seit 2003 war Geithner Chef der New Yorker Notenbank und und zugleich Vizepräsident des für die Zinsentwicklung zuständigen Offenmarktausschusses der Fed.

Trotz seiner beachtlichen Karriere verlief das Bestätigungsverfahren im Senat für Geithner indessen nicht so glatt wie von ihm und Präsident Barack Obama erhofft. Just zum Auftakt wurde bekannt, dass Geithner während seiner Zeit beim IWF etwa 35 000 Dollar an Steuern schuldig geblieben war.

Er hatte sie zwar zum Zeitpunkt seiner Nominierung für den Finanzministerposten im November nachgezahlt und sprach von einem schlichten Versehen, aber er geriet in der Senatsanhörung doch unter erheblichen Druck: Schließlich ist der US-Finanzminister zugleich auch der höchste Chef der Steuerbehörde IRS. (dpa)

Auch interessant

Kommentare