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„Kriminelle Fahrlässigkeit“: Nach Anschlag auf Makijiwka wächst Widerstand in Russland

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Von: Bona Hyun

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Trümmer nach dem ukrainischen Angriff auf Makijiwka
Nach dem ukrainischen Angriff auf eine russische Militärunterkunft wächst die Kritik an der Armeeführung. © Uncredited/dpa (Symbolbild)

Nach dem ukrainischen Angriff auf eine russische Militärunterkunft wächst die Kritik an der Armeeführung. Blogger und Politiker fordern Konsequenzen.

Makijiwka – Der Raketenanschlag auf eine russische Truppenunterkunft in Makijawka ist ein schwerer Verlust für die russischen Streitkräfte und die Politik. Nun hat Moskau Fehler eingeräumt. Grund für den Raketenanschlag sei die illegale Nutzung der Mobiltelefone gewesen, wodurch die Ukrainer den Standort der Russen orten konnten, berichtete Generalleutnant Sergej Sewrjukow. Gegenwärtig werde dafür gesorgt, dass sich das nicht wiederhole und Schuldige zur Verantwortung gezogen würden. Indes wächst unter den Russen die Wut gegenüber der russischen Armeeführung, berichtet kreiszeitung.de.

Nach ukrainischem Angriff auf Makijiwka: Kritik an russischer Armeeführung wächst

Nach dem Angriff auf Makijiwka ließen pro-russische Militärblogger ihrer Wut gegenüber den militärischen Führungskräften freien Lauf. Viele richteten ihre Kritik weniger an Kreml-Chef Putin, sondern an die Generäle der russischen Armee, die wohl zudem russische Soldaten unmenschlich behandelten. Was in Makijiwka passiert ist, gehe einher mit „krimineller Fahrlässigkeit“, schrieb Militärblogger Pavel Gubarev, Wortführer der pro-russischen Bewegung auf Telegram. Wenn niemand der Verantwortlichen dafür bestraft werde, werde alles nur noch schlimmer, schrieb Gubarev.

Auch Igor Girkin, ein ehemaliger Offizier des Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), verurteilte die Führungskräfte der russischen Armee auf Schärfste. Der Vorfall in der ukrainischen Stadt Makijiwka ist laut Girkin nicht der erste Angriff dieser Art gewesen. Doch Generäle der russischen Armee seien einfach „prinzipiell unbelehrbar“, zitiert die financial times Girkin aus einem Social Media Beitrag.

Schwerer Verlust für Russland nach Anschlag in Makijiwka: Russische Militärblogger und Politiker fordern Konsequenzen

Im Zuge des ukrainischen Angriffs und der angeblichen Fahrlässigkeit der russischen Führungskräfte werden auch Forderungen nach Konsequenzen laut. Nicht nur Militärblogger, sondern auch Politiker und Beamte schalteten sich ein. Sergey Mikhailovich Mironov, ein russischer Politiker, fordert laut der Kyiv Post strafrechtliche Konsequenzen für alle Autoritätspersonen, die den russischen Truppen in der Nacht des tödlichen Anschlags keine Sicherheit gewähren konnten.

Auch ein hoher prorussischer Beamter in Donezk hofft, dass die Verantwortlichen bestraft werden, schreibt er in seinem Telegram-Kanal. Der ehemalige stellvertretende russische Außenminister Grigory Karasin fordert zudem wegen des Angriffs in Makijiwka nicht nur Rache an der Ukraine und ihren Nato-Unterstützern, sondern auch „eine genaue interne Analyse“, berichtet die Kyiv Post.

Russen trauern nach ukrainischem Raketenangriff um tote Soldaten aus Samara

Beim Raketenangriff im Ukraine-Krieg auf die russische Truppenunterkunft in Makijawka erlitt die russische Armee erneut einen herben Rückschlag. Die Angaben zu den Opferzahlen gehen dabei auseinander. Laut Angaben aus Kiew wurden in der Neujahresnacht 400 russische Soldaten getötet und 300 bei dem Vorfall verletzt. Die Ukraine hatte die russische Militärunterkunft mit dem US-amerikanischen Mehrfachraketenwerfer HIMARS beschossen, hieß es. Die ukrainischen Streitkräfte sollen sechs Raketen abgeschossen haben, von denen vier einschlugen und zwei abgefangen worden seien.

Der Gouverneur der Oblast Samara, Dmitri Asarow, bestätigte laut BBC, dass unter den verstorbenen Soldaten auch Einwohner des Oblast sind. Viele Russen trauerten um die Gefallenen am Dienstag, 03. Januar, in Samara, wo einige der verstorbenen Soldaten herkamen. „Die Trauer verbindet uns“, zitierte Moscow Times die Frau eines russischen Generals. Gleichzeitig schwört sie auf Rache und gegen den Feind vorzugehen. Der Raketenanschlag zur Neujahresnacht hat bei vielen der russischen Bevölkerung Spuren hinterlassen. Die Wut könnte auch in den nächsten Wochen weiter anhalten.

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