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Putin-Vertrauter ist wütend: Westen „tropft der Sabber vom Kinn“

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Von: Tim Vincent Dicke

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Putins Verbündeter Dmitri Medwedew rechtfertigt Russlands Krieg gegen die Ukraine – und steigert sich in einer bizarren Wut-Tirade immer weiter rein.

Moskau – Früher sah ihn der Westen als Hoffnungsträger an, mittlerweile gilt er als einer der schärfsten Propagandisten in Russland: der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew. Der Vertraute von Kreml-Chef Wladimir Putin ist nun mit einer wütenden Tirade im Messengerdienst Telegram aufgefallen.

Zunächst verteidigt er den Ukraine-Krieg, den Russland am 24. Februar begonnen hatte. „Wofür kämpfen wir?“, schrieb er am Freitag (4. November), um dann selbst zu antworten: „Russland ist ein großes und reiches Land. Wir brauchen keine fremden Territorien, wir haben von allem genug. Aber es gibt unser Land, das uns heilig ist, in dem unsere Vorfahren gelebt haben und in dem unser Volk heute lebt. Und wir werden sie nicht weitergeben. Wir verteidigen unser Volk. Wir kämpfen für unser Volk, für unser Land, für unsere tausendjährige Geschichte.“

Russland: Bizarre Erklärung für den Ukraine-Krieg

Die Russ:innen hätten überall Feinde, die sie vernichten wollten, so das Narrativ von Medwedew. „Wir kämpfen gegen diejenigen, die uns hassen, die unsere Sprache, unsere Werte und sogar unseren Glauben verbieten, die den Hass auf die Geschichte unseres Vaterlandes schüren.“ Das Schüren von Ängsten ist ein übliches Narrativ der russischen Propaganda – auch bekannte Persönlichkeiten des Staats-TV sprechen immer wieder über angebliche Vernichtungsfantasien, die der Westen gegenüber Russland hege.

Auf der einen Seite der Front stehe das strahlende Russland, auf der anderen eine „sterbende Welt“. „Es ist ein Haufen wahnsinniger Nazi-Drogensüchtiger, eine von ihnen unter Drogen gesetzte und eingeschüchterte Nation und ein großes Rudel bellender Hunde aus dem westlichen Zwinger“, wütete der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates.

Medwedew und Putin
Medwedew und Putin kennen sich seit langer Zeit. (Archivbild) © Dmitry Astakhov/dpa

„Mit dabei ist ein bunter Haufen grunzender Jungspunde und kleingeistiger Spießer aus einem zusammengebrochenen westlichen Imperium, denen vor Degeneration der Sabber vom Kinn tropft“, so Medwedew weiter. Diese hätten keinerlei Überzeugungen oder Ideale, außer ihren „eigenen schmutzigen Gewohnheiten“.

Putin-Vertrauter Medwedew beleidigt „Verräter“

Männer, die aus Angst vor der Teilmobilmachung im Ukraine-Konflikt ins Ausland geflohen sind, beleidigte der russische Politiker. Endlich seien „die feigen Verräter und gierigen Abtrünnigen“ weg, ihre Knochen sollen „in einem fremden Land verrotten“. Sie hätte sowieso niemand in Russland gebraucht, nun sei das Land „stärker und reiner“.

Erst kürzlich hatte der als „Putins Bluthund“ bekannte Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow gegen Kriegsdienstverweigerer gewettert. Männer, die trotz Einberufung nicht in den Ukraine-Krieg ziehen wollen, sollten eine enorme Geldstrafe zahlen, forderte der Machthaber. „Und dann marschieren, um Gräben auszuheben und Granaten zu holen!“, schrieb Kadyrow auf Telegram. (tvd)

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