1. Startseite
  2. Politik

„Putins Stimme“ warnt vor russischen Invasionen in Deutschland und den USA

Erstellt:

Von: Tobias Utz

Kommentare

Im russischen Staatsfernsehen werden erneut Invasionspläne verkündet. „Putins Stimme“ spielt abermals die Hauptrolle.

Moskau/Washington, D.C. – Er gilt als „Putins Stimme“: Wladimir Rudolfowitsch Solowjow hat sich einen Namen in der Weltöffentlichkeit gemacht. Das liegt insbesondere an seinen Auftritten im russischen Staatsfernsehen. Dort verbreitet er regelmäßig krude Thesen, unter anderem zum Ukraine-Konflikt. Zuletzt warnte er vor dem Ende der Welt, falls Russland den Krieg verliere.

Mehrere Wochen zuvor scherzte er über eine russische Invasion in Großbritannien. Nun drohte „Putins Stimme“ im russischen Staatsfernsehen mit dem nächsten Einmarsch in ein fremdes Land. Julia Davis, Journalistin für das Nachrichtenportal Daily Beast, dokumentierte den Fall auf Twitter.

„Putins Stimme“ droht mit nächsten Invasionen im russischen Staatsfernsehen

Im von Davis geteilten Video berichtete Solowjow von seinem jüngsten Besuch der Kriegsfront in der Ukraine. Dort habe er Soldaten getroffen, die „Intellektuelle“ seien. Mehrere Kämpfer hätten ihm erzählt, dass Washington und Berlin die nächsten Eroberungsziele der Armee seien, so Solowjow.

Ukraine-Krieg
Wladimir Solowjow posiert im russischen Staatsfernsehen. (Screenshot) © YouTube / Russian Media Monitor

Der Kampf gegen die „Nazis“ stehe bei den Streitkräften im Vordergrund, betonte er: „Sie sind alle sehr ernsthafte Menschen, wenn man mit ihnen spricht, sie haben keine Fragen darüber, gegen wen sie kämpfen oder wofür sie kämpfen, sie kämpfen gegen die Nazis.“

Russisches Staatsfernsehen: Kreml-Propaganda nutzt „Nazi“-Narrativ

Das „Nazi“-Narrativ im Kontext des Ukraine-Konflikts ist ein altbekanntes Mittel russischer Propagandisten. Dabei wird stets ein Zusammenhang zwischen der ukrainischen Bevölkerung an sich und dem Regiment Asow konstruiert. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine rechtsextreme Gruppierung. Diese wurde vor allem durch den ehemaligen ukrainischen Botschafter Andrej Melnyk, der sie verteidigte, in Deutschland bekannt. Die Gruppierung kämpfte zudem monatelang im von Russland belagerten Stahlwerk von Mariupol.

Auch Solowjow bediente bereits mehrfach dieses Narrativ. Der Propagandist erwähnte im Video zudem, dass die russischen Soldaten aus den mittlerweile illegal annektierten Regionen in der Ostukraine stammen, sprich: Sie wurden vom russischen Militär „rekrutiert“. Diese Gebiete bezeichnete Solowjow bereits in einem früheren Beitrag im russischen Staatsfernsehen als russische Regionen. Damals klagte er: „Unser Gebiet ist überfallen worden“ – und machte die Ukraine vom Opfer zum Täter. Daraus folgerte er, dass Russland internationale militärische Hilfe benötige. Dabei ließ er allerdings die schweren Verluste der russischen Armee unerwähnt. Selbst Wladimir Putin räumte diese bereits ein.

Diese Verluste erhöhen derzeit den innenpolitischen Druck für Wladimir Putin. Deshalb greift der Kreml nun zu verzweifelten PR-Aktionen. (tu)

Auch interessant

Kommentare