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Krieg in der Ukraine: EU-Ratschef Charles Michel besucht Kiew

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Von: Peter Rutkowski

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Sanitäter kümmern sich um Verwundete in einer Fabrik in Kramatorsk. Foto: Petros Giannakouris/AP/dpa
Sanitäter kümmern sich um Verwundete in einer Fabrik in Kramatorsk. © dpa

Während im Osten der Ukraine die Kämpfe weitergehen, erreichen Ersatzteile für Kampfflugzeuge aus den USA die Truppen. In Kiew findet Charles Michel deutliche Worte.

Und wieder ist ein Ultimatum der Belagerer von Mariupol verstrichen. Wieder haben die letzten noch kämpfenden ukrainischen Marineinfanteristen und die mit ihnen in den Stahlwerken von Asowstal verschanzten hunderten Frauen, Alten und Kinder es abgelehnt, sich der – zweifelhaften – Gnade des russischen Militärs auszuliefern. Ein angeblich geöffneter humanitärer Korridor zum freien Geleit durch den Belagerungsring wurde nicht genutzt.

Die Vetreidiger hatten zuletzt über soziale Netzwerke die westliche Welt gebeten, ihnen zu helfen, in ein neutrales Drittland entkommen zu können. Der Hilferuf hat offenbar kein Gehör gefunden. Frankreichs früherer Versuch, eine Luftbrücke in die belagerte Stadt am Asowschen Meer einzurichten, um die Zivilbevölkerung zu retten, war auch schon gescheitert.

Ukraine-Krieg: Ersatzteile für Kampfflugzeuge geliefert

Die ukrainischen Streitkräfte im Osten und Südosten des Landes hatten am 56. Tag des Krieges weiterhin alle Hände voll zu tun, die russsichen Vorstöße zur Eroberung des gesamten Donbass abzuwehren. Während an der alten Frontlinie von 2014 die dort stationierten besten Truppen der Ukraine Erfolge im Kampf gegen russische Panzerverbändete meldeten, konnte eine Einheit bei Cherson im Süden sich der Umklammerung durch russische Truppen entziehen. In der Nähe des besetzten Tokmak soll eine russische Radarstation zerstört worden sein. In Odessa gab es wieder Explosionen, die Luftabwehr soll versucht haben, russische Flugzeuge abzuschießen.

In Kiew freute man sich derweil über die Ankunft von Ersatzteilen für den eigenen Kampfflugzeugpark, widersprach aber Meldungen aus den USA, dass von dort komplette Flieger geliefert worden seien.

Ukraine-Krieg: Auch Moskau will Verbrechen untersuchen

Noch mehr freute Wolodymyr Selenskyjs Regfierung der Besuch von EU-Ratschef Charles Michel. „Heute in Kiew“, schrieb der Belgier am Mittwochmorgen auf Twitter. „Im Herz des freien und demokratischen Europas.“ Dazu postete er ein Foto, das ihn mit Baseball-Kappe am Bahnsteig zeigt, wie er von der ukrainischen Vize-Premierministerin Olga Stefanischina zur Begrüßung umarmt wird. Weniger später besuchte Michel den bis jüngst schwer umkämpften Kiewer Vorort Borodjanka, in denen auch offenbar Massaker durch russische Truppen begangen wurden. „Die Geschichte wird nicht die Kriegsverbrechen vergessen, die hier begangen wurden“, schrieb Michel in einem weiteren Tweet mit Fotos, auf denen er neben zerbombten Gebäuden zu sehen ist.

Moskau vermeldete am Mittwoch, man untersuche nun selbst Verbrechen ukrainischer Truppen. Der Kreml behauptet, russisch sprechende ukrainische Staatsangehörige würden verhaftet werden, „von denen, die von der Nato ausgebildet wurden“. Es gibt de facto keinerlei Hinweise darauf, dass diese Meldungen glaubwürdig wären.

Russland hat nach eigenen Angaben der Ukraine ein schriftliches Angebot für eine Verhandlungslösung im Krieg übergeben. „Jetzt wurde der ukrainischen Seite unser Entwurf des Dokuments übergeben, der absolut klare und ausgefeilte Formulierungen beinhaltet“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Details zum Inhalt der russischen Vorschläge machte er nicht. Peskow erklärte, es gebe keine Frist, bis wann Kiew auf das Angebot antworten müsse. Allerdings verschleppten die Unterhändler Kiews alle Verhandlungen, was der einzige Grund dafür sei, dass man nicht weiterkommen bei einer friedlichen Lösung des Konflikts. Auch dafür fehlen jegliche Belege. mit afp/dpa

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