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Krieg gegen die Umwelt

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Von: Peter Rutkowski

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Ukrainische Pioniere legen bei Charkiw festere Grabensysteme an.
Ukrainische Pioniere legen bei Charkiw festere Grabensysteme an. © AFP

In der Ukraine mehren sich an verschiedenen Fronten die Anzeichen für statische Verteidigungsstellungen. Im Donbass steht aber die nächste Schlacht um Städte an.

Gäbe es einen Internationalen Strafgerichtshof für Verbrechen gegen die Umwelt, dann würde wohl bereits ein Ermittlungsverfahren gegen die russischen Streitkräfte eröffnet sein. Eine russische Rakete traf am Donnerstag den seit Beginn des Krieges – also seit 134 Tagen – im Schwarzen Meer havarierten moldawischen Tanker „Millennial Spirit“, der noch 500 Tonnen Diesel geladen haben soll, wie der ukrainische Generalstab aktuell mitteilt.

Havariert ist der Tanker übrigens, weil die Russen ihn in den ersten Kriegstagen mit einer Rakete beschossen hatten. Die Ukrainer warnen, das Wrack sei „eine ökologische Zeitbombe“.

Die Zeit für Kramatorsk und Slowjansk scheint derweil zu Ende zu gehen. Am Donnerstag intensivierte die russische Raketenartillerie den Beschuss der beiden Städte in der Oblast Donezk; es gab wieder Tote und Verletzte unter der Zivilbevölkerung.

Von der ukrainischen Seite her wird nun aber immer systematischer zurückgeschossen. Die westlichen Werfer und Geschütze stehen nun an den Fronten, ihre Besatzungen sind ausgebildet. Ihre Ziele liegen auch auf russischem Staatsgebiet, allerdings genau dort – Belgorod und Kursk –, wo rückwärtige russische Kriegslogistik die Kämpfe in der Ukraine unterstützt.

Während sich am Rand des Donbass der nächste mobile Waffengang anbahnt, scheint sich der Frontverlauf anderswo kaum zu verändern. Im Umland von Charkiw, das die Russen immer noch beschießen, beginnen nun ukrainische Verbände, extensive Grabenstellungen anzulegen.

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