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Krematorium vertauscht Leiche und äschert Muslim ein

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Von: Erkan Pehlivan

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Ein Krematorium in Hannover hat eine Leiche verwechselt und einen Muslim eingeäschert.
Krematorium © Felix Kästle/dpa

Ein Krematorium in Hannover verbrennt versehentlich die Leiche eines türkischen Staatsbürgers. Im Islam ist das aber nicht erlaubt.

Hannover - Wegen eines Zwischenfalls an der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH) gibt es derzeit Spannungen mit der Türkei. Offenbar wurde wegen einer Verwechslung die Leiche eines türkischen Staatsbürgers verbrannt. Im Islam ist eine Feuerbestattung nicht erlaubt. Die Familie des Mannes ist schockiert.

Hochschule entschuldigt sich

Die Hochschule entschuldigte sich für den Fehler. „Die MHH bedauert die Verwechslung zutiefst, unser Mitgefühl gilt den Angehörigen“, sagte ein Sprecher der Medizinischen Hochschule am Freitag. Die Polizei ist eingeschaltet. Die Leiche des 71 Jahre alten türkischen Staatsbürgers war am vergangenen Freitag im Krematorium verbrannt worden, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtete. Eigentlich sollte der Leichnam eines 81-Jährigen aus der Region Hannover eingeäschert werden.

Polizei sieht keine vorsätzliche Tat

Am Montag war dann die Beisetzung mit der Urne und dem „falschen Verstorbenen“. Die Leichen waren nach dpa-Informationen Anfang Dezember in der MHH verwechselt worden. Der Irrtum wurde bemerkt, als der Leichnam des 71-Jährigen für die Beisetzung vorbereitet werden sollte. Die Angehörigen des irrtümlich verbrannten 71-Jährigen haben die Polizei eingeschaltet. „Wir stehen im Austausch mit den Angehörigen beider Familien“, bestätigte ein Sprecher der Polizei Hannover. Es gebe aber keine strafrechtlichen Ermittlungen, da es keinen Hinweis auf eine vorsätzliche Tat gebe. „Wir betrachten aber die Arbeitsabläufe bei den Obduktionen in der MHH“, sagte der Sprecher.

Ein Krematorium in Hannover hat eine Leiche verwechselt und einen Muslim eingeäschert.
231479679.jpg © Felix Kästle/dpa

Türkisches Außenministerium schaltet sich ein

In den sozialen Medien gibt es heftige Kritik, es haben sich unter anderem auch Abgeordnete aus der Türkei eingeschaltet. „Solch ein Irrtum deutet auf mangelnden Respekt“, schreibt der Parlamentarier Zafer Sirakaya (AKP). Der Neffe des Verstorbenen, Baris Sargın, schildert der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur „Anadolu“ gegenüber, dass es nicht der erste Fehler der MHH gewesen sei. „Vor vier Jahren haben sie den falschen Fuß meines Vaters amputiert“, zitiert die Anadolu den Mann. Auch wisse Sargın nicht, ob es sich bei der Asche tatsächlich um die seines Onkels handle. Inzwischen soll sich auch das türkische Außenministerium in die Angelegenheit eingeschaltet haben, teilte der Sargın mit. (Erkan Pehlivan)

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