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Schwesig am Samstag. Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern will sie bleiben.

Rücktritt von SPD-Vorsitz

Krebserkrankung bei Manuela Schwesig: Kampfansage der anderen Art

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Manuela Schwesig legt wegen einer Krebserkrankung den SPD-Vorsitz nieder. Ministerpräsidentin will sie bleiben. Wie es jetzt für sie weitergeht.

Ich habe schon einige Kämpfe in meinem Leben geführt und ich werde auch diesen Kampf führen“, so Manuela Schwesig am Dienstag. Kurz zuvor hatte die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern in einer Erklärung der Staatskanzlei die Öffentlichkeit darüber informieren lassen, dass bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden ist.

Manuela Schwesigs persönliche Erklärung im Wortlaut

„Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar“, erklärte Schwesig. „Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig. Dies wird dazu führen, dass ich in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen kann“, setzte die 45-Jährige hinzu. Sie habe deshalb die Ministerinnen und Minister gebeten, sie an diesen Tagen zu vertreten. Ministerpräsidentin und Chefin der Landes-SPD will sie bleiben, ihre Parteiämter auf Bundesebene legt die kommissarische SPD-Chefin aber nieder.

Auch Vorgänger an Krebs erkrankt

Schwesig ist verheiratet und hat zwei Kinder. Das Amt der Ministerpräsidentin hatte sie im Sommer 2017 von Erwin Sellering übernommen, der ebenfalls an Krebs erkrankt war. Schwesig gab dafür im Bundestagswahljahr ihr Amt als Bundesfamilienministerin auf. Mit rund 69 000 Erkrankungen jährlich ist Brustkrebs die mit Abstand häufigste Krebsart in Deutschland. Nahezu 30 Prozent der betroffenen Frauen sind nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts jünger als 55 Jahre.

Der Rückzug Schwesigs von der Parteispitze im Bund bedeutet, dass die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Partei übergangsweise für eine Zeit allein führen muss. Schwesig, Dreyer und Thorsten Schäfer-Gümbel hatten den Parteivorsitz nach dem Rückzug von Andrea Nahles gemeinsam kommissarisch übernommen. Schäfer-Gümbel zieht sich aber aus der Politik zurück. Er wird zum 1. Oktober einen Posten als Arbeitsdirektor bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) antreten.

Gute Wünsche von Merkel

Die SPD sucht gerade nach neuen Vorsitzenden. Auf 23 Regionalkonferenzen stellen sich derzeit sieben Kandidatenduos und ein Einzelbewerber den Mitgliedern vor. Die Basis soll per Mitgliederbefragung abstimmen. Endgültig gewählt werden die neuen Vorsitzenden aber erst auf einem Parteitag vom 6. bis 8. Dezember in Berlin. Schwesig selbst war von vielen als mögliche Vorsitzende gehandelt worden, hatte aber von Anfang an mit Verweis auf ihre Verpflichtungen in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Sie will dort im Jahr 2021 die Landtagswahlen gewinnen – trotz des Erstarkens der AfD.

Die Ministerpräsidentin ist ein nicht zu unterschätzender Machtfaktor in der SPD. Als Bundesfamilienministerin profilierte sie ihre Partei neu auf einem Gebiet, das die Sozialdemokraten in Zeiten der Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) stark an die Union verloren hatten. Als stellvertretende Parteichefin und Ministerpräsidentin entwickelte sich Schwesig zur zentralen Figur der SPD im Osten. So setzte sie gemeinsam mit den Ostlandesverbänden durch, dass die gebürtige Brandenburgerin Franziska Giffey Bundesfamilienministerin wurde.

Genesungswünsche aus allen Parteien

Im Lauf des Dienstags erhielt Schwesig zahlreiche Genesungswünsche – aus ihrer eigenen Partei, aber auch von FDP-Chef Christian Lindner über die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock bis hin zur Bundeskanzlerin. Angela Merkel telefonierte nach Angaben ihres Regierungssprechers mit Schwesig. Sie habe „ihr von Herzen gewünscht, dass sie wieder ganz gesund wird“.

Schwesig sagte in einer Videobotschaft auf Twitter, es sei „ein bewegender Tag“ für sie. Die Diagnose habe sie und ihre Familie schwer getroffen, aber sie seien sehr zuversichtlich, dass sie wieder gesund werde. „Ich möchte mich bedanken für die große Anteilnahme, das gibt Kraft und das macht Mut“, sagte Schwesig. Auf ihre Ämter in der Bundes-SPD verzichte sie, um sich auf Gesundheit, Familie und die Aufgabe in Mecklenburg-Vorpommern zu konzentrieren. In dem Tweet verweist Schwesig auch auf einen Text des lutherischen Theologen Dietrich Bonhoeffer. „Von guten Mächten wunderbar geborgen … Darauf vertraue ich.“

Mehr zur SPD und dem Kampf um den Vorsitz lesen Sie hier: Erstes Kandidatenduo zieht sich zurück

Außerdem: Diese Kandidaten wollen die SPD retten - eine Übersicht.

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