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CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer (Mitte) mit ihren Konkurrenten Gesundheitsminister Jens Spahn (rechts) und Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz.

Kampf um CDU-Vorsitz

Kramp-Karrenbauer will bei Niederlage Ämter niederlegen

Wenn CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht zur Parteivorsitzenden gewählt wird, will sie alle Parteiämter niederlegen und nur noch ehrenamtlich tätig sein.

Sollte Annegret Kramp-Karrenbauer den Kampf um den CDU-Vorsitz Anfang Dezember nicht gewinnen, will die derzeitige CDU-Generalsekretärin alle Parteiämter niederlegen. Im SWR-„Interview der Woche“ sagte die frühere saarländische Ministerpräsidentin sie werde dann noch ehrenamtlich tätig sein.

Das sei keine Erpressung vor der Wahl, sondern es sei ein Gebot der Fairness, auch „demjenigen, der dann in dieses Amt gewählt wird, die komplette Freiheit zu lassen, sein Team aufzustellen“, sagte sie. „Und wenn ich sozusagen in dem Amt als Generalsekretärin bleibe, ist das immer auch eine Belastung, weil sich an der einen oder anderen Stelle vielleicht dann doch immer wieder Fragen nach Loyalitäten stellen.“

Die Kandidatin für den CDU-Vorsitz lädt die Kritiker von Kanzlerin Angela Merkel zu einem Dialog über die künftige Flüchtlingspolitik ein. Sie wolle „im nächsten Jahr diese Fragen unter Einbeziehung der Fachpolitiker - auch der Kritiker - in der Partei erörtern, dabei aber vor allem Vorschläge für die Zukunft erarbeiten“, kündigte die CDU-Generalsekretärin im Interview des Nachrichtenportals n-tv.de an. „Denn wir müssen die Frage beantworten, was wir tun müssen.“

Allerdings brauche die CDU keine Diskussion, was im Herbst 2015 richtig oder falsch gemacht worden sei. „Wenn wir bei dieser rückwärtsgewandten Diskussion bleiben, wird es uns wie der SPD mit Hartz IV gehen“, warnte Kramp-Karrenbauer. Die SPD streitet seit der Einführung von Hartz IV 2005 bis heute darüber, ob die Reformen richtig waren oder geschadet haben; die Parteiführung verabschiedet sich derzeit gerade davon.

Kramp-Karrenbauer konkurriert mit Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Gesundheitsminister Jens Spahn auf dem CDU-Parteitag Anfang Dezember um die Nachfolge von CDU-Chefin Merkel. Auf acht Regionalkonferenzen präsentieren sich die Kandidaten, die erste Konferenz fand am Donnerstag in Lübeck statt. (dpa)

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