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Spannungen im Kosovo: Elfjähriger serbischer Junge durch Schüsse verletzt

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Von: Daniel Dillmann

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Ein KFOR-Soldat im Einsatz in Strpce, einem mehrheitlich von Serben bewohnten Dorf im Kosovo, in dem ein Angreifer zwei Männer angeschossen haben soll. (Archivbild)
Ein KFOR-Soldat im Einsatz in Shterpce, einem mehrheitlich von Serben bewohnten Dorf im Kosovo, in dem ein Angreifer zwei Männer angeschossen haben soll. (Archivbild) © ERMAL META/AFP

Ein Angreifer soll im Kosovo aus einem Auto aus auf Serben geschossen haben. Zwei Menschen wurden verletzt, darunter ein elfjähriger Junge.

Shterpce  - Die Lage im Kosovo scheint sich zu dramatisieren. Nach Angaben der Behörden fielen in dem mehrheitlich von Serben bewohnten Dorf Shterpce im Süden des Kosovo Schüsse. Zwei Bewohner des Dorfes sollen dabei verletzt worden sein. Einer von den Verletzten soll ein erst elf Jahre alter Junge sein, der andere ein 21 Jahre alter Mann. Bewohner des Dorfes sollen nach der Tat die Zufahrtsstraße zu dem Skiort blockiert haben.

Bei dem mutmaßlichen Täter soll es sich nach Angaben der örtlichen Behörden um einen kosovarischen Elitepolizisten handeln. Andere Quellen berichten von einem Mitglied der Armee. Der Mann soll während der Tat nicht im Dienst gewesen sein. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Nach Polizeiangaben feuerte der Angreifer aus einem Auto heraus auf die beiden Cousins. Die Opfer wurden in ein Krankenhaus gebracht und sollen sich nicht in Lebensgefahr befinden. Ein Motiv ist bislang nicht bekannt.

Spannungen im Kosovo: Zwei Serben nach Schüssen verletzt

Laut der serbischen Regierung trugen Beide einen Eichenstamm. Der Baum wird in Serbien traditionell von orthodoxen Christen zum Weihnachtsfest am 7. Januar geschlagen. Die Regierung in Belgrad sprach von einem „Mordversuch“. Auch der Premierminister des Kosovo äußerte sich dem Vorfall. „Ich verurteile auf das Schärfste den Angriff auf zwei Bürger des Kosovo“, so Albin Kurti am Freitagabend. 

Seit der Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien im Jahr 2008 schwelt der Konflikt zwischen der ethnischen Minderheit von rund 120.000 Serben und der Mehrheit der albanischen Bevölkerung in dem 1,8 Einwohner zählenden Land. Serbien erkennt die Unabhängigkeit der Region nicht an und betrachtet den Kosovo weiter als autonome Provinz Serbiens. Im Dezember vergangenen Jahres hatte sich der Konflikt zuletzt zugespitzt. Vor allem im Norden gilt die Lage als kritisch. Dort wohnen rund die Hälfte der serbischen Einwohner des Kosovo. Mit Straßensperren blockierten sie wochenlang den Verkehr im Norden des Landes. Erst nach Zugeständnissen seitens der Regierung in Pristina wurden die Absperrungen wieder abgebaut und die Lage beruhigte sich vorübergehend. (Daniel Dillmann mit Agenturen)

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