1. Startseite
  2. Politik

Spannungen im Kosovo: Vertreter serbischer Minderheit verlassen Regierung

Erstellt:

Von: Daniel Dillmann

Kommentare

Im Kosovo nehmen die Spannungen zwischen Pristina und der serbischen Minderheit im Norden des Landes zu.

Pristina - Der Streit um Nummernschilder im Kosovo weitet sich zur Staatskrise aus. Vertreter der serbischen Minderheit haben wegen der Pflicht zum Anbringen der neuen Kennzeichen ihren Rückzug aus den staatlichen Institutionen angekündigt. Das gab Goran Rakic, Anführer der „Serbischen Liste“, die wichtigste Partei der Minderheit im Kosovo, am Samstag (05. November) bekannt. Sämtliche Kosovo-Serben würden sich aus Parlament, Regierung und Verwaltung zurückziehen.

Seit November brodelt es im Kosovo wegen einer Pflicht, Autos mit den neuen Nummernschildern der Republik Kosovo auszurüsten. Es weigern sich große Teile der etwa 40.000 Menschen umfassenden serbischen Minderheit, die vor allem im Norden des Kosovo an der Grenze zu Serbien leben. Sie erkennen die Regierung in Pristina nicht an.

Goran Rakic (m), Führer der Serbischen Liste, im Norden des Kosovo. (Archivbild)
Goran Rakic (m), Führer der Serbischen Liste, im Norden des Kosovo. (Archivbild) © Darko Vojinovic/dpa

Kosovo: Spannungen mit Serbien dauern an

Der Kosovo ist seit 2008 unabhängig von Serbien. Die serbische Regierung in Belgrad betrachtet die Region aber bis heute als abtrünniges Gebiet. Sowohl Serbien als auch Kosovo streben einen EU-Beitritt an. Serbien hat den Kandidatenstatus erhalten und verhandelt seit 2014 mit der EU über den Beitritt. Der Kosovo wird von der EU als „potenzieller Kandidat“ eingestuft.

Die Spannungen in der Region hatten Serbien offenbar vor kurzem veranlasst, Militär an die Grenze zum Kosovo zu verlagern. Auf Videos, die in sozialen Medien verbreitet wurden, waren mehrere Armeefahrzeuge zu sehen. Die Transporter waren dabei teils mit der Aufschrift Gendarmerie gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um eine Einheit des serbischen Militärs, die sowohl militärische als auch Aufgaben des Zivilschutzes übernimmt.

Kosovo: Viele Minderheiten im Parlament vertreten

Laut Schätzungen der Weltbank wird Kosovo zu 88 Prozent von Albanern bewohnt. Sieben Prozent der Bevölkerung zählen sich zur serbischen Minderheit. Die übrigen fünf Prozent gehören zahlreichen Minderheiten an wie den Roma, Aschkali, Balkan-Ägyptern, Bosniaken, Türken und Goranen. Das Parlament in Pristina hat 120 Sitze. 20 davon sind für Vertreter der Minderheiten reserviert. (dil/dpa)

Auch interessant

Kommentare