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Korridore für Syriens Kinder

Die UN fordern sicheres Geleit für flüchtende Zivilisten in Syrien – unter ihnen ist mindestens eine halbe Million Minderjähriger.

Angesichts der humanitären Krise im Nordwesten Syriens haben die Vereinten Nationen die Einrichtung sicherer „Korridore“ gefordert. Das Assad-Regime und seine Verbündeten sollten solche Korridore in den Konfliktzonen zulassen, damit flüchtende Zivilisten sicher passieren könnten, verlangte die UN-Menschenrechtschefin Michelle Bachelet am Dienstag.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wurden seit Anfang Dezember mehr als 900 000 Menschen in der Region vertrieben. Das UN-Menschenrechtsbüro in Genf geht von fast 300 getöteten Zivilisten seit Jahresbeginn aus, die meisten durch Assads Leute. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef vermutet, dass seit Anfang Dezember mehr als eine halbe Million Kinder vor schwerer Gewalt geflohen ist. „Kinder und Familien sind gefangen in einer verzweifelten Situation voller Gewalt, bitterer Kälte, Nahrungsmangel und furchtbaren Lebensbedingungen“, mahnte die Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore am Dienstag. In der umkämpften Provinz Idlib seien allein seit Beginn des Jahres 77 Kinder getötet oder verletzt worden – die tatsächlichen Zahlen liegen vermutlich noch höher.

Die Lage für die Kinder in Idlib bezeichnete Fore als absolut unhaltbar. Nach neun Jahren Bürgerkrieg müssten dort Zehntausende Kinder und ihre Familien bei eiskalten Temperaturen, Regen oder Schnee im Freien ausharren. Das dürfe nicht weitergehen, betonte Fore.

Die Unicef-Direktorin rief alle Kriegsparteien auf, Kinder und die Infrastruktur, von der ihr Leben abhänge, zu schützen. „Es ist Zeit, dass die Waffen schweigen und die Gewalt von allen Seiten gestoppt wird.“

Die Armee des syrischen Diktators Baschar al-Assad, das russische Militär und verbündete Milizen gehen seit April 2019 in Idlib gegen islamistische Kämpfer vor, die sich dort verschanzt halten. Der syrische Bürgerkrieg begann 2011 mit einem Volksaufstand gegen Assad. Rebellen und Terrorgruppen eroberten weite Teile des Landes. Mit Hilfe Russlands und des Iran gewann Assad die meisten Gebiete zurück. dpa/epd

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