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Schlacht um Schwarzes Meer könnte die Entscheidung im Ukraine-Krieg bringen

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Von: Helena Gries

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Abseits des Donbass findet im Ukraine-Krieg ein Kampf um den Einfluss im Meer statt. Russland dominiert die Gewässer südlich der Ukraine.

Kiew – Seit Beginn der Invasion des russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Ukraine dominiert Russland die Gewässer der Südküste der Ukraine. Am ersten Tag des Ukraine-Krieges liefen Kreuzer der russischen Marine, unter anderem der schwere Lenkwaffenkreuzer „Moskwa“, die ukrainische Insel „Zmiinyi“ (Schlangeninsel oder Snake Island) im Schwarzen Meer an. Die ukrainische Einheit auf der Insel hatte sich jedoch vorerst dem russischen Angreifer nicht ergeben.

Im April gab die ukrainische Post Ukrposhta eine Briefmarke heraus, auf der im Hintergrund das russische Kriegsschiff Moskwa und im Vordergrund auf der Insel „Zmiinyi“ ein ukrainischer Soldat, der den Mittelfinger zeigt, zu sehen sind. Kurz darauf hat die russische Marine im Ukraine-Krieg mit der „Moskwa“ das Flaggschiff ihrer Schwarzmeerflotte verloren.

Der russische Lenkwaffenkreuzer «Moskwa»
Der russische Lenkwaffenkreuzer „Moskwa“ ist im Ukraine-Krieg gesunken und ziert jetzt ukrainische Briefmarken. © Can Merey

Ukraine-Krieg: Briefmarke wird zu Sammlerstück mit symbolischem Wert

Die Briefmarke ist daraufhin schnell zu einem Sammlerstück unter Ukrainerinnen und Ukrainern geworden und hat Medienberichten zufolge Verkaufsrekorde gebrochen. Sie gilt als Symbol für die strategische Bedeutung des Schwarzen Meeres im Ukraine-Konflikt.

Sal Mercogliano, Meereshistoriker und außerordentlicher Professor für Geschichte an der Campbell University in North Carolina, geht davon aus, dass Schiffe die einzige Bedrohung darstellen. „Die Bedrohung, die die Russen darstellen, sind ihre U-Boote, die das Wasser verminen und Schiffe torpedieren können, damit sie dort eine starke Unterwasser- und U-Boot-Fähigkeit haben“, sagte er gegenüber dem US-amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek. „Solange Russland der Ukraine die Nutzung ihrer Häfen am Schwarzen Meer entziehen kann, ist das ein Wirtschaftskrieg, den sie gegen sie führen. Wenn die Ukraine ihren Weizen nicht exportieren kann, wird ihnen das schaden.“

Abseits des Donbass, wo der Ukraine-Krieges in seinen Grundfesten tobt und zahlreiche Schlachten gekämpft werden, findet ein Kampf um den Einfluss im Meer statt, der sogar Folgen für die Welternährung haben könnte.

Mick Ryan, ein pensionierter australischer General, ist sich sicher, dass Russland die Oberhand im Schwarzen Meer habe und dort nur Zugeständnisse machen werde, die auf ukrainischen oder internationalen Zugeständnissen an anderer Stelle beruhen: „Es wird Russland nichts davon abhalten, Raketen auf jedes Schiff abzufeuern, das versucht, die russische Blockade zu durchbrechen“, sagte er gegenüber Newsweek und fügte hinzu, dass die internationale Hilfe im Wasser wie in anderen Aspekten des Krieges wahrscheinlich eingeschränkt sein wird. (hg)

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