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Panaschieren und Kumulieren – also Stimmen über mehrere Listen verteilen und bestimmten Kandidatinnen und Kandidaten mehrere Stimmen geben: Die Hessen haben bei der Kommunalwahl 2021 häufig von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht
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Panaschieren und Kumulieren – also Stimmen über mehrere Listen verteilen und bestimmten Kandidatinnen und Kandidaten mehrere Stimmen geben: Die Hessen haben bei der Kommunalwahl 2021 häufig von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht

Datenanalyse

Kommunalwahl in Hessen: Fünf bemerkenswerte Ergebnisse

  • Monika Gemmer
    VonMonika Gemmer
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Die schnellsten Wahlhelfer:innen, die engsten Rennen, die eifrigsten Panaschierer und Kumulierer: Spannende Erkenntnisse aus der Datenanalyse der Kommunalwahl.

  • Kommunalwahl in Hessen* am 14. März bringt spannende Ergebnisse im Detail.
  • Datenanalyse: Wo die Hessen* besonders wahlmüde sind – und wo die fleißigsten Briefwähler:innen leben.
  • Kommunalwahl-News: Alle wichtigen Informationen und Ergebnisse zur Wahl.

Frankfurt am Main - Marion Frohnapfel war die erste Kandidatin, die am Abend der Kommunalwahl in Hessen aufatmen konnte: Die Wählerinnen und Wähler in Nüsttal im Landkreis Fulda machten die CDU-Politikerin – einzige Kandidatin für das Amt – mit 83,7 Prozent für weitere sechs Jahre zur Bürgermeisterin. Keine Stunde war seit Schließung der Wahllokale vergangen, da lag das Ergebnis der Bürgermeister-Wahl vor. Nüsttal* gebührt damit der Titel als flotteste unter den 36 Städten und Gemeinden, die an diesem Abend neben Gemeinde- und Kreiswahlen auch Stimmzettel zur Bürgermeister-Wahl auszuzählen hatten.

In vielen Städten und Gemeinden ist das vorläufige Ergebnis der Wahlen zu Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen eindeutig – doch es gibt auch einige Kommunen, in denen es zum Foto-Finish kommt. Das in der Mehrzahl der Kommunen bislang nur die Listenstimmen ausgezählt sind, die kumulierten und panaschierten Stimmen also in der Auswertung noch fehlen, könnte sich dort, wo es besonders knapp ist, das Rennen durchaus noch anders entscheiden ...

Gemeindewahlen in Hessen: Wo es knapp ist – und wo sich das Ergebnis gedreht hat

Zu den Städten und Gemeinden, in denen die Gemeindewahl weiterhin spannend bleiben könnte, zählt Oberursel*. In der Stadt im Hochtaunuskreis liegen die Grünen nach Auszählung der Listenstimmen mit 26,5 Prozent nur hauchdünn vor der CDU, die hier auf 26,19 Prozent kommt. In absoluten Zahlen beträgt der Unterschied in Oberursel 1485 Stimmen – bei einer Gesamtzahl der Wählerinnen und Wähler von 20.617.

Gedreht hat sich das Ergebnis in der Gemeinde Fernwald im Landkreis Gießen. Hier führte nach Auszählung der Listenstimmen die CDU mit 26,95 Prozent oder 10.098 Stimmen vor der SPD mit 26,15 Prozent oder 9801 Stimmen. Doch mit Auszählung der weiteren Stimmzettel, die in Fernwald am Nachmittag nach der Wahl vorlag, zieht die SPD an der CDU vorbei und siegt am Ende deutlich mit 29,92 Prozent.

Kommunalwahl Hessen: Wo sind die Hessen besonders wahlmüde?

Im Schnitt lag die Wahlbeteiligung bei den Gemeindewahlen hessenweit bei 50,5 Prozent, bei den Kreiswahlen mit 52,18 Prozent etwas darüber. Klingt wenig – ist aber ein leichtes Plus gegenüber der Kommunalwahl 2016, als die Beteiligung an den Gemeindewahlen bei 48,1 Prozent, an den Kreiswahlen bei 50,1 lag.

Die rote Laterne war bei der vorangegangenen Wahl an die Stadt Offenbach gegangen. Dort hatten bei den Kommunalwahlen 2016* nur 32,93 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Doch obwohl die Wahlbeteiligung in Frankfurts Nachbarstadt bei den Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung auf 35,65 Prozent gestiegen ist, bleibt Offenbach in dieser Hinsicht Schlusslicht in Hessen.

Weniger als 40 Prozent Wahlbeteiligung gab es bei den Gemeindewahlen 2021 außerdem in den Städten Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Raunheim (Kreis Groß-Gerau) und Dillenburg (Lahn-Dill-Kreis).

Die eifrigsten Wählerinnen und Wähler wohnen in der Rhön-Gemeinde Poppenhausen im Landkreis Fulda, in Hofbieber, ebenfalls im Kreis Fulda, und in Ronshausen (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) – in diesen drei Gemeinden liegt die Wahlbeteiligung an den Gemeindewahlen bei mehr als 70 Prozent.

Kommunalwahl per Brief: Hessen entdeckt die Lust am Kumulieren und Panaschieren

Die Corona-Pandemie* hat die Zahl der Briefwähler:innen deutlich steigen lassen – und es scheint, als haben die Hessinnen und Hessen dabei ihre Lust am Kumulieren und Panaschieren entdeckt. Bei dieser Option können die Wahlberechtigten, die so viele Stimmen haben wie es Sitze in der Gemeindevertretung beziehungsweise der Stadtverordnetenversammlung gibt, ihre Stimmen gezielt bei Kandidatinnen und Kandidaten anhäufen (kumulieren) und/oder quer über verschiedenen Listen hinweg verteilen (panaschieren).

Unsere Datenanalyse brachte erstaunliche Ergebnisse zutage: So haben in sieben hessischen Kommunen mehr als 80 Prozent der Wählerinnen und Wähler kumuliert beziehungsweise panaschiert. Den Spitzenplatz mit 88,3 Prozent nimmt Rosenthal im Landkreis Waldeck-Frankenberg ein. Auch in den kleineren Gemeinden Antrifttal, Feldatal, Ottrau sowie in den Städten Naumburg und Romrod beträgt der Anteil der Wählerinnen und Wähler, die sich für das aufwändigere Prozedere beim Wählen entschieden haben, mehr als 80 Prozent.

Insgesamt haben hessenweit mehr als die Hälfte der Menschen, die von ihrem Wahlrecht Gebrauch machten, kumuliert beziehungsweise panaschiert. Grundlage für diese Berechnung sind die Daten des Hessischen Statistischen Landesamtes, das für jede Kommune ausweist, wie viele Stimmzettel unverändert (nur eine Liste wurde angekreuzt) und wievviele verändert abgegeben wurden – abzüglich der ungültigen Stimmzettel.

Kommunalwahl in Hessen: Bürgerentscheid in Bromskirchen und Allendorf mit klarem Ergebnis

Aus 422 werden 411: Hessen hat künftig eine Kommune weniger. Das Ergebnis des Bürgerentscheids, bei dem die Wahlberechtigten in Bromskirchen und Allendorf (Eder) über eine Fusion abstimmten, ist deutlich: In beiden Kommunen sind mehr als 70 Prozent der Wählerinnen und Wähler für den Zusammenschluss. Es ist die dritte Gemeinde-Fusion in Hessen innerhalb weniger Jahre.

2018 hatten sich im Odenwald die Stadt Beerfelden sowie die Gemeinden Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck zur neuen Stadt Oberzent zusammengetan. Die Gemeinde Wesertal im Landkreis Kassel ist 2020 entstanden, als Oberweser und Wahlsburg fusionierten. (Monika Gemmer)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN MEDIA

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