Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Schlüsselfigur des CDU-Spendenskandals will in Kanada bleiben.
+
Die Schlüsselfigur des CDU-Spendenskandals will in Kanada bleiben.

Fristablauf

Kommt Schreiber?

  • Thomas Kröter
    VonThomas Kröter
    schließen

Seit zehn Jahren versuchen deutsche Staatsanwälte, Schreibers habhaft zu werden. Nun läuft wieder einmal eine Frist ab, die ihm Aufschub sicherte. Von Thomas Kröter

Berlin. Karlheinz Schreiber pünktlich zum Bundestagswahlkampf zurück in Deutschland, das wär was. Für die Jüngeren: Der 75-jährige Rüstungslobbyist ist eine der Schlüsselfiguren der Parteispendenaffäre der CDU, der die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Aufstieg verdankt. Er lebt seit Jahren in Kanada.

Seit zehn Jahren versuchen deutsche Staatsanwälte, Schreibers habhaft zu werden. Nun läuft wieder einmal eine Frist ab, die ihm Aufschub sicherte. Erneut hat der umtriebige Kaufmann Widerspruch eingelegt. "Ich hab die Hoffnung fast schon aufgegeben", sagte Hans-Christian Ströbele der FR. Der Grünen-Abgeordnete saß 1999 bis 2002 im Untersuchungsausschuss des Bundestages, der Licht in die Affäre um die schwarzen Kassen der Helmut-Kohl-CDU bringen sollte. Der "schwarze Riese" war länger Bundeskanzler als Konrad Adenauer und regierte die CDU ein Vierteljahrhundert lang fast wie ein Alleinherrscher.

"Aber wenn Schreiber nach Deutschland käme und hier in Untersuchungshaft müsste, dann würde er wohl auspacken", hofft Ströbele. Das hat der Lobbyist schon öfter gedroht und doch keine neuen Fakten geliefert.

Abschiebbar ist Schreiber jetzt theoretisch, weil eine Untersuchungskommission in Ottawa ihre Anhörungen über Geschäfte zwischen Schreiber und dem früheren kanadischen PremierBrian Mulroney abgeschlossen hat; für diese Untersuchung hatte Justizminister Rob Nicholson Aufschub gewährt. Unklar ist aber: Meinte er das Ende der Anhörungen oder die Vorlage des Abschlussberichts Ende des Jahres?

Mulroney hat eingeräumt, Geld von Schreiber für die Anbahnung des Baus einer Fabrik für Rüstungsgüter genommen zu haben, angeblich mehr als 200 000 Euro. Bei der Untersuchung sind Kalender und andere Aufzeichnungen Schreibers aufgetaucht, denen zufolge er noch öfter versucht hat, mit Kohl in Kontakt zu treten, als bisher bekannt. Ob es ihm gelungen ist, geht daraus nicht hervor. Doch Ströbele ist sicher: "Wenn der redet, das wär schon interessant." (mit dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare