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In die Trauer mischt sich Wut und der Wunsch nach Rache.

Iran-Konflikt

Was kommt nach der Trauer?

Drei Tage lang hat der Iran den getöteten General Soleimani als Märtyrer inszeniert – nun werden weltweit Racheakte befürchtet.

Während in der iranischen Stadt Kerman Hunderttausende Menschen um den durch eine US-Drohne getöteten General Ghassem Soleimani trauerten, kündigte die Führung des Landes in Teheran einmal mehr massive Vergeltung an.

Das iranische Parlament erklärte alle am US-Militärkommando Beteiligten in einem Eilgesetz am Dienstag zu „Terroristen“. Es richtet sich gegen alle US-Soldaten, die Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums sowie die Verantwortlichen für den Angriff auf Soleimani. Dem Gesetz zufolge wird fortan jegliche Unterstützung für die US-Truppen, sei es militärisch, finanziell oder logistisch, „als Beteiligung an einem terroristischen Akt“ gewertet. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sprach derweil in einem Interview mit dem US-amerikanischen Fernsehsender CNN von „Staatsterrorismus“ durch die Vereinigten Staaten von Amerika.

Bei der Trauerfeier für Soleimani in seiner Heimatstadt Kerman kam es durch die Scharen von angereisten Trauernden zu einer Massenpanik in den überfüllten Straßen der Stadt. Dabei starben mindestens 56 Menschen.

In seiner Rede zur Beisetzung des Generals drohte der Kommandeur der Revolutionsgarde, Hossein Salami, den USA und ihren Verbündeten offen mit Rache: Der Iran werde jene Orte „in Brand stecken“, die von den USA unterstützt würden, so Salami. Wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag meldete, soll die iranische Regierung für einen Vergeltungsschlag gegen die USA bereits einen 13 Punkte umfassenden Plan ausgearbeitet haben. Die ARD zitiert Ali Schamchani, den Chef des obersten nationalen Sicherheitsrates, mit den Worten: Von den 13 Punkten sei selbst der schwächste für die USA ein „historischer Alptraum“.

Das iranische Parlament beschloss am Dienstag außerdem, das Budget der für Auslandseinsätze zuständigen Al-Kuds-Brigaden, deren Befehlshaber der getötete Soleimani war, um umgerechnet 200 Millionen Euro zu erhöhen. (FR/afp)

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