Pflichttest für Reiserückkehrer
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Corona-Krise: Eine zweite Welle liegt in unserer Verantwortung

Steigende Zahlen

Corona in Hessen: Neue Regeln sollen Lockdown verhindern

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Anpassung der Corona-Regeln in Hessen ist richtig, denn gerade hier sind die Zahlen zuletzt gestiegen. Ein zweiter Lockdown muss mit aller Kraft verhindert werden.

Die Stadt Offenbach gehört bundesweit zu den zehn am stärksten betroffenen Städten und Landkreisen in Deutschland, Hessen ist eines der vier Bundesländer mit den meisten Neuinfektionen. 132 waren es am Donnerstag. Und Ministerpräsident Volker Bouffier? Der CDU-Politiker sagt, Hessen komme bisher gut durch die Pandemie.

Corona-Pflichttest für Reiserückkehrende fallen eher negativ aus

Alles eine Frage der Perspektive. Wenn Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir die USA oder Brasilien als Maßstab nimmt, sind wir zweifelsohne besser aufgestellt. Das Gesundheitssystem funktioniert, es gibt so etwas wie eine Alltagsroutine mit Corona. Doch das Virus lauert überall und ist wieder im Kommen. Nicht alleine in den sogenannten Risikoländern, aus denen so mancher jetzt sonnengebräunt an Schreibtisch oder Werkbank zurückkehrt.

Corona-Krise: Die am stärksten betroffenen Länder weltweit

Im Gegenteil. Nach Angaben von Sozialstaatssekretärin Anne Janz fallen lediglich eineinhalb bis zwei Prozent der Pflichttests für Reiserückkehrer positiv aus. Schwerpunkt: Türkei und Kosovo. Der Tourismus in Länder mit hohen Infektionszahlen trägt demnach nicht die Hauptverantwortung für die steigenden Zahlen hier. Gleichwohl wäre viel gewonnen gewesen, wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die kostenlosen Tests nicht erst ermöglicht hätte, als die Schulferien in Hessen sich dem Ende zuneigten.

Corona-Krise: Zweite Welle liegt in unserer Verantwortung

Es ist also nicht davon auszugehen, dass mit Ende der Reisezeit automatisch die Zahlen wieder sinken. Es hängt von jeder und jedem Einzelnen ab, ob sich das Horrorszenario vom Frühjahr wiederholt. Das würde zahlreichen Betrieben endgültig das Genick brechen, die Zukunft vieler Menschen zerstören. Allen voran der Jugend.

Anpassung der Corona-Regelungen der einzelnen Länder

Vor diesem Hintergrund sind Anpassungen der Corona-Regeln der Landesregierung richtig. Sie setzen dort an, wo die Sorglosigkeit der Einzelnen die Gemeinschaft gefährdet – etwa im öffentlichen Nahverkehr. Ohne die Keule auszupacken und damit die Akzeptanz der Bevölkerung zu gefährden. Feiern mit bis zu 250 Personen und Hygienekonzept haben sich nicht als Hotspot erwiesen. Sie bleiben erlaubt. Offene Schulen und Kitas sind systemrelevant. Deshalb gelten hier zu Recht andere Maßstäbe als für einen Club. Das verunsicherte Personal bekommt großzügig kostenlose Tests. Das wäre auch im Bereich der Pflege zwingend.

Der Start ins neue Schuljahr ist ein weiteres Experiment im Umgang mit Corona. Sollte es misslingen, müssen die Regeln wieder strenger werden. Die nächste Herausforderung ist das Ende der Freiluftsaison. Bestes Mittel gegen einen Rückschlag ist und bleiben die AHA-Regeln.

Sechs Schulen in Hessen müssen seit Beginn des neuen Schuljahres wegen Corona wieder schließen. Gleichwohl zieht der Kultusminister eine positive Bilanz nach zwei Wochen.

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