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Lateinamerika

Kolumbien: Außenministerin tritt nach Eskalation regierungskritischer Proteste zurück

Erneut gehen regierungskritische Demonstrant:innen in Kolumbien auf die Straße. Nun tritt die Außenministerin zurück.

Bogotá - Nach von Gewalt überschatteten Protesten regierungskritischer Demonstrant:innen in Kolumbien hat Außenministerin Claudia Blum ihren Posten geräumt. Dies berichteten kolumbianische Medien am Donnerstag (13.05.2021). Gründe für den Rücktritt wurden offiziell nicht bekannt gegeben, Berichte führten dafür unter anderem die Kritik an Blums Krisenmanagement an. Nachfolgerin wird demnach die stellvertretende Ministerin Adriana Mejía.

Ein Demonstrant klettert von einer Statue des Unabhängigkeitshelden Simon Bolivar, die auf der Plaza Bolivar in Bogota steht, herunter. Zuvor hat er ein Schutzgitter auf dem Kopf der Statue in Brand gesetzt. Seit fast zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen, teilweise in Gewalt mündenden Protesten.

Polizeigewalt in Kolumbien: Außenministerin tritt nach regierungskritischen Protesten zurück

Seit zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen Protesten, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam. Mindestens 42 Menschen sind nach den jüngsten Angaben der nationalen Ombudsstelle während der Protesttage ums Leben gekommen, 168 Personen werden vermisst. Zunächst hatten die Menschen gegen eine umstrittene, inzwischen zurückgenommene Steuerreform demonstriert. Wirtschaftsminister Alberto Carrasquilla trat deshalb bereits zurück. Die meisten Demonstrant:innen haben nun neue Ziele, wie den Widerstand gegen eine geplante Gesundheitsreform und den Einsatz für den brüchig gewordenen Friedensprozess. Auch das Coronavirus beutelt das Land.

Seit zwei Wochen kommt es in Kolumbien zu zahlreichen Protesten, bei denen es auch zu Ausschreitungen kam.

Kolumbien: Berichte über exzessive Polizeigewalt bei Protesten gegen Regierung

UN und EU zeigten sich alarmiert über Berichte nach denen es exzessive Polizeigewalt gegeben habe - das wies das kolumbianische Außenministerium mit scharfen Worten zurück. Kolumbien ist nach Brasilien das bevölkerungsreichste Land sowie der wichtigste Verbündete der USA in Südamerika. Mehr als 50 Jahre herrschte ein Bürgerkrieg, 220 000 Menschen kamen ums Leben, Millionen wurden vertrieben.

2016 hatte die kolumbianische Regierung Frieden mit der Farc-Guerilla geschlossen, die Wirtschaft erlebte einen Aufschwung, der Tourismus, auch aus Deutschland, boomte. Doch der Frieden ist brüchig. (dpa) Kolumbien: Proteste reißen nicht ab - Sturm auf das Kapitol

Rubriklistenbild: © Fernando Vergara / dpa

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