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Jürgen Banzer, bisheriger Justiz- und Kultusminister.

Banzers Zukunft ungewiss

Kochs ungeklärte Personalfragen

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Wer wird was in der hessischen Regierung? Diese Frage ist nach Ende der Koalitionsverhandlungen nicht beantwortet. Eine Übersicht über den Stand der Dinge. Von Pitt von Bebenburg

Wer wird was in der hessischen Regierung? Diese Frage ist nach Ende der Koalitionsverhandlungen nicht beantwortet. Einige Minister wie Volker Bouffier (Innen), Karlheinz Weimar (Finanzen) und Silke Lautenschläger (Soziales) gelten bei der CDU als gesetzt. Aber der CDU-Vorsitzende Roland Koch nimmt sich bis Mittwoch Zeit, um die übrigen schwarzen Minister auszuwählen.

Spannend wird vor allem, wer für Hochschulen zuständig wird und wer mit dem Umweltressort die Verantwortung für die Energiepolitik übernimmt. Es gilt als wahrscheinlich, dass der bisherige Kultus- und Justizminister Jürgen Banzer (CDU) eines dieser beiden Ressorts führen wird.

Selbst der Kleine CDU-Parteitag, der am Samstag hinter verschlossenen Türen den Koalitionsvertrag billigt, bekommt keine Ministerliste zu sehen. Nur die Landtagsfraktion soll am Mittwoch zustimmen, ehe sie tags darauf das Kabinett wählt. Koch nennt das eine "saubere Trennung" zwischen Partei und Fraktion. "Die Personalgestellung ist ausschließlich Sache des Parlaments", befindet er.

Bei der FDP stehen die Namen fest, wenngleich sie nicht offiziell verkündet wurden. Das behält sich Parteichef Jörg-Uwe Hahn für die Sitzung des erweiterten Vorstands am Wochenende vor.

Ministerpräsident: Roland Koch, CDU, 50 Jahre, regiert Hessen seit 1999.

Stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Justiz, Europa und Integration: Jörg-Uwe Hahn, FDP, 52. Kochs Duz-Freund sitzt bereits seit 22 Jahren im Landtag. In der letzten schwarz-gelben Regierungszeit (1999-2003) hielt er Koch als FDP-Fraktionschef den Rücken frei.

Chef der Staatskanzlei: Stefan Grüttner, CDU, 52. Der Offenbacher ist seit 2003 Kochs Organisator und besitzt gute Aussichten, dafür zuständig zu bleiben.

Minister für Bundesangelegenheiten: Eine der offenen Fragen lautet, wer künftig für Hessen die Hand im Bundesrat hebt - und sich enthalten muss, wenn CDU und FDP unterschiedlicher Meinung sind. In diesem Ressort des scheidenden Ministers Volker Hoff dürfte Koch ein Signal der personellen Erneuerung setzen. Als Kandidat wird der 42-jährige Thomas Schäfer (CDU) gehandelt, der drei Jahre lang Kochs Büro leitete, ehe er 2005 als Staatssekretär ins Justizministerium ging.

Innenminister: Volker Bouffier, CDU, 57. Kochs Weggefährte ist in der CDU unumstritten.

Finanzminister: Karlheinz Weimar, CDU, wurde am Freitag 59 Jahre alt. Auch Weimar, seit mehr als 30 Jahren Landtagsabgeordneter, zählt zum engsten Kreis um Ministerpräsident Koch.

Wirtschaftsminister: Dieter Posch, FDP, 64. Der Nordhesse kehrt in das Ressort zurück, das er schon von 1999 bis 2003 leitete.

Kultusministerin: Dorothea Henzler, FDP. Die 60-Jährige übernimmt "ein Kernministerium" (Roland Koch) - siehe Porträt.

Sozialministerin: Silke Lautenschläger, CDU, war jüngste Ministerin Deutschlands, als sie 2001 ernannt wurde. Die heute 40-Jährige zählt zu den CDU-Modernisierern in der Familienpolitik.

Umweltminister: Jürgen Banzer, CDU, 53, ist ein heißer Anwärter. Als Fachmann für Umwelt, Energie oder Landwirtschaft ist er allerdings bisher nicht aufgefallen. Auch Amtsinhaber Wilhelm Dietzel (CDU, 60) hat Chancen.

Wissenschaftsministerin: Eva Kühne-Hörmann, CDU, 46, zählt zu den wenigen Unionsabgeordneten aus Nordhessen. Sie steht für die CDU-Hochschulpolitik der vergangenen Jahre und hatte die Studiengebühren mit durchgesetzt. Im Koalitionsvertrag ist festgeschrieben, die Gebühren nicht wieder einzuführen.

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