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„Putins Koch“ gesteht: Ukrainische „Festung“ lässt sich nicht einnehmen

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Von: Nail Akkoyun

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Seit Monaten liefern sich Söldner der Wagner-Gruppe heftige Gefechte mit ukrainischen Truppen um die Stadt Bachmut. Doch die Schattenarmee beißt auf Granit.

Moskau/Bachmut – Da Russlands Schattenarmee, der Söldnergruppe Wagner, die Einnahme der ukrainischen Stadt Bachmut nach wie vor nicht gelingt, scheint selbst Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin allmählich aufzugeben. Die Ukraine habe dort „500 Verteidigungslinien“, die man nicht durchbrechen könne, sagte Prigoschin in einem am Dienstag (3. Januar) veröffentlichten Interview mit RIA Novosti.

Seit Monaten gelingt es dem ukrainischen Militär, sowohl die Söldner als auch die russischen Truppen im Kampf um die Kleinstadt in der Oblast Donezk abzuwehren. Der Ort gilt als regionaler Verkehrsknotenpunkt, ist sonst aber weniger relevant – doch angesichts der unerbittlichen Angriffe der russischen Armee hat Bachmut eine enorme symbolische Bedeutung erlangt.

„Es ist eine Festung“, sagte Prigoschin in dem Interview. „Die Jungs kämpfen um jedes Haus, manchmal nicht nur einen Tag lang. Manchmal geht es wochenlang um ein Haus. Sie nehmen ein Haus, sie nehmen ein zweites, ein drittes“, sagte der Wagner-Chef weiter, doch langfristig beißt man gegen die ukrainische Verteidigung auf Granit: „Zu sagen, dass es 500 [Verteidigungslinien] gibt, wäre wahrscheinlich kein Fehler. Alle 10 Meter gibt es eine Verteidigungslinie.“

Ein ukrainischer Soldat repariert seine Ausrüstung in den Wäldern nahe der Bachmut-Frontlinie. (Archivfoto)
Ein ukrainischer Soldat repariert seine Ausrüstung in den Wäldern nahe der Bachmut-Frontlinie. (Archivfoto) © Celestino Arce Lavin/Imago

Bachmut: Hohe Verluste auf beiden Seiten – Russischer Erfolg unwahrscheinlich

Sowohl ukrainischen als auch teils russischen Angaben zufolge haben beide Seiten hohe Verluste in den Gefechten um Bachmut erlitten. Angesichts der Schwierigkeiten, mit denen sich Russland im Ukraine-Krieg zunehmend konfrontiert sieht, stellt sich die Frage, ob die Kräfte nicht in anderen Regionen besser eingesetzt wäre.

Prigoschin, der auch unter dem Spitznamen „Putins Koch“ bekannt ist, veröffentlichte Ende Dezember allerdings noch eine Reihe von Propagandavideos, die angeblich aus Bachmut stammen. Darin befahl er Söldnern, Waffen abzufeuern und verhöhnte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Einladungen an die Front – „Ich sitze in der Nähe von Bachmut und warte auf Sie“, sagte der damals noch siegesgewisse Wagner-Chef. Im Dezember besuchte Selenskyj dann tatsächlich die Stadt, überreichte Orden und Weihnachtsgeschenke.

Und während es auch aus Russland stets hieß, man werde die Stadt schon bald erobert haben, muss man inzwischen auch in Moskau einsehen, was unter anderem der britische Geheimdienst schon länger vorausgesagt hatte: Es ist unwahrscheinlich, dass Russland in der Region Donezk – und damit auch in Bachmut – künftig größere Siege einfährt. (nak)

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