Kommentar

In die Knie gegangen

Zum zweiten Mal fährt Heide Simonis mit der Pose der Aufklärerin zur Unicef-Vorstandssitzung nach Köln - um danach abzunicken, was ihr die Runde um Geschäftsführer Dietrich Garlichs diktiert. Matthias Thieme kommentiert am 15. Januar.

Von MATTHIAS THIEME

Bereits zum zweiten Mal fuhr Heide Simonis mit der Pose der Aufklärerin zur Unicef-Vorstandssitzung nach Köln - nur um danach abzunicken, was ihr die Runde um Geschäftsführer Dietrich Garlichs diktierte.

Vieles spricht dafür, dass sich die ehemalige Ministerpräsidentin fast schon verzweifelt an ihr letztes großes Amt klammert und dabei übersieht, dass sie bald genauso unglaubwürdig wirkt, wie der Unicef-Geschäftsführer, dem sie vor der Sitzung im Dezember großspurig geraten hatte, sein Amt ruhen zu lassen - nur um ihn danach zu unterstützen.

Simonis enttäuscht damit auch die vielen ehrenamtlichen Unicef-Mitarbeiter, die von ihr mehr Standfestigkeit bei der Aufklärung der Vorwürfe erwartet hatten. Der Bericht der Wirtschaftsprüfer zeigt abseits der juristischen Fragen: An der Spitze von Unicef Deutschland ist das Gespür für die moralischen Grenzen des Spendengeschäfts verloren gegangen. Bleibt Geschäftsführer Garlichs im Amt, wird Unicef viele Helfer und Spender verlieren. Auf Heide Simonis können die Ehrenamtlichen seit gestern aber auch nicht mehr hoffen.

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