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Melissa C. Jackson, Richterin in Manhattan. Ihr Großvater war Chefankläger bei den NS-Prozessen.
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Melissa C. Jackson, Richterin in Manhattan. Ihr Großvater war Chefankläger bei den NS-Prozessen.

Fall Strauss-Kahn

Knallharte Richterin

Die Richterin Melissa Jackson versagte Strauss-Kahn wegen Fluchtgefahr die Freilassung gegen Kaution. Der Umgang mit prominenten Angeklagten ist für sie nichts Neues.

Von Olivia Schoeller

Die Richterin Melissa Jackson versagte Strauss-Kahn wegen Fluchtgefahr die Freilassung gegen Kaution. Der Umgang mit prominenten Angeklagten ist für sie nichts Neues.

Der Umgang mit prominenten Angeklagten ist für Melissa C. Jackson nichts Neues. Berühmte Menschen und ihre Straftaten gehören fast zum Alltag jedes Richters in Manhattan. Besonderes Einfühlungsvermögen für die Probleme der VIPs kann man Jackson nicht nachsagen.

Die Sängerin Courtney Love musste eine Drogenentziehungskur machen, um ein milderes Strafmaß zu erhalten. Die Rapperin Foxy Brown verurteilte Jackson zu drei Jahre Haft auf Bewährung, weil sie ihre Rechnung im Nagelstudio nicht bezahlen wollte. Als Brown gegen die Auflagen verstieß und ihre Nachbarin mit einem Handy schlug, zögerte Jackson nicht, sie für acht Monate hinter Gitter zu setzen – übrigens in Rikers Island, dem selben Gefängnis, in dem nun der Protagonist in Jacksons bislang berühmtestem Fall die volle Härte des Gesetzes spürt.

Obwohl IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, dem unter anderem sexuelle Nötigung und versuchte Vergewaltigung vorgeworfen werden, seine Unschuld beteuert und seine Anwälte eine Kaution von einer Million Dollar angeboten haben, kommt er zunächst nicht frei. Als Grund führte Richterin Jackson Fluchtgefahr an. Immerhin habe man Strauss-Kahn verhaftet, als er in einem Flugzeug die USA Richtung Frankreich verlassen wollte.

Wie wenig kooperativ Paris bei Auslieferungen ist, mussten die USA im Fall Roman Polanski erfahren. Der Filmregisseur wurde 1977 von einem kalifornischen Gericht wegen Geschlechtsverkehrs mit einer Minderjährigen verurteilt. Er war kurz vor Prozessbeginn nach Frankreich geflohen und ist trotz internationalen Haftbefehls bis heute nicht an die USA ausgeliefert worden.

Dass Strauss-Kahn in Jacksons Gerichtshof fotografiert und in Handschellen abgeführt wird, hat nichts damit zu tun, dass er Franzose ist. Es sagt auch nichts über seine Schuld aus. In den Vereinigten Staaten erfährt jeder Angeklagte diese Prozedur.

Strauss-Kahns größtes Pech ist, dass er an eine so harte Richterin wie Melissa Jackson geraten ist. Es liegt in ihrer Familie: Schon ihr Großvater, Robert H. Jackson, war selten milde. Das haben Amerikaner zu spüren bekommen, als er in den 30er Jahren das Justizministerium leitete und später an den Obersten Gerichtshof berufen wurde. Am deutlichsten aber haben es die Nationalsozialisten in Deutschland erlebt: Jackson war Chefankläger für die USA bei den Kriegsverbrechertribunalen in Nürnberg.

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