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Brisanter Bericht

„Keine Zeit mehr zu verlieren“: Baerbock warnt vor Klimakatastrophe

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Die Erde wird sich bei der derzeitigen Entwicklung bereits gegen 2030 um 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmen.

+++ 13.00 Uhr: Die politischen Reaktionen auf den neuen Bericht des Weltklimarates ließen nicht lange auf sich warten. Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin der Grünen, warnte beispielsweise auf Twitter: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“ „Gegen die Klimakrise helfen keine Sonntagsreden, sondern ausschließlich wirksamer Klimaschutz“, so Baerbock. Ein schnellerer, massiverer Ausbau der erneuerbaren Energien sowie das Engagement, als erste Industrienation „klimaneutral“ zu werden, seien nun nötig.

Aber auch Kommentare aus der Wissenschaft fielen prompt. Der Zusammenschluss „Scientists for Future“ schrieb auf Twitter: „Das 1,5 Grad-Ziel ist noch machbar, die Zeit für seine Erreichbarkeit läuft allerdings ab.“

Die Klimakatastrophe schreitet voran. Die Aufnahme zeigt einen Gletscher auf Grönland.

Erstmeldung von Montag, 09.08.2021, 10.30 Uhr: Genf – Der Weltklimarat IPCC hat seinen neuen Sachstandsbericht veröffentlicht – mit besorgniserregenden Ergebnissen. Denn der IPCC warnt vor einer deutlich rascheren globalen Erwärmung als bislang angenommen. Die Erde werde sich bei der derzeitigen Entwicklung bereits gegen 2030 um 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmen – und damit zehn Jahre früher als noch im Jahr 2018 prognostiziert, heißt es in dem am Montag (09.08.2021) in Genf veröffentlichten Bericht. Die Erderwärmung sei dabei „eindeutig“ durch den Menschen verursacht.

Die bereits stattgefundene Erwärmung um 1,1 Grad seit Mitte des 19. Jahrhunderts sei bis auf einen Bruchteil auf den Menschen zurückzuführen, heißt es in dem Bericht weiter. „Es ist seit Jahrzehnten klar, dass sich das Klimasystem der Erde verändert, und die Rolle des menschlichen Einflusses auf das Klimasystem ist unbestritten“, erklärte Valérie Masson-Delmotte, Ko-Vorsitzende der zuständigen IPCC-Arbeitsgruppe. In einem früheren IPCC-Bericht aus dem Jahr 2014 war nur die globale Erwärmung selbst als „eindeutig“ bezeichnet worden.

Erderwärmung: Einige Auswirkungen bereits heute „unumkehrbar“

Einige Auswirkungen der Erderwärmung wie der Anstieg der Meeresspiegel und das Schmelzen der Gletscher sind nach Angaben der UN-Klimaexperten bereits heute „unumkehrbar“. Selbst bei einer drastischen Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen würden die Meeresspiegel weiter ansteigen und „für tausende Jahre erhöht bleiben“, heißt es in dem Bericht. Die Meeresspiegel könnten demnach bis zum Jahr 2100 um bis zu einen Meter ansteigen. Doch bereits heute werden die Auswirkungen spürbar, ob bei Flutkatastrophen wie kürzlich in Deutschland* oder bei Waldbränden wie aktuell in der Türkei oder Griechenland.*

Die Erderwärmung schreitet schneller voran, als geplant. (Symbolbild)

Die IPCC-Berichte gelten als wegweisend für die globale Klimapolitik. Im ersten Teil, an dem etwa 240 Expertinnen und Experten aus 66 Ländern mitgewirkt haben, geht es um naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels. Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Teile zu Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten der Anpassung sowie zu Wegen zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen folgen. Den Abschluss bildet ein Synthesebericht, der Kernaussagen der drei Teile sowie aktuelle IPCC-Sonderberichte zusammenfasst.

Erderwärmung: Wie kann das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens noch erreicht werden?

Die Erkenntnisse sind von wesentlicher Bedeutung für die Frage, wie das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens noch erreicht werden kann, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, mindestens aber deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Erde hat sich im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bereits um 1,1 Grad Celsius erwärmt, in Deutschland sogar um 1,6 Grad. (msb/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ulrik Pedersen/Imago Images

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