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UN-Bericht: 1,5-Grad-Schwelle könnte bis 2026 überschritten werden

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Von: Katja Thorwarth

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Klimawandel: Braunkohle wird für die Erderwärmung mitverantwortlich gemacht.
Klimawandel: Braunkohle wird für die Erderwärmung mitverantwortlich gemacht. © Patrick Pleul/dpa

Die Erderwärmung wird der Uno zufolge in den kommenden fünf Jahren vermutlich die Schwelle von 1,5 Grad überschreiten - zumindest zeitweise. 

Genf – Hitzewellen wie derzeit in Indien könnten im Zuge des Klimawandels immer häufiger werden. „Solange die globale Erwärmung weitergeht, ist klar, dass auch die Hitze-Extreme weiter zunehmen werden“, sagt Klimaforscher Stefan Rahmstorf, Leiter der Abteilung Erdsystemanalyse am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) der dpa. In Indien leiden derzeit Millionen Menschen unter einer Hitzewelle mit Temperaturen von teils über 45 Grad Celsius - und das schon Ende April, Anfang Mai.  

Dieses Extremwetter dürfte sich entsprechend in naher Zukunft zu einem größeren globalen Problem ausweiten. Die Weltwetterorganisation der UN (WMO) befürchtet einen gefährlichen Schub für den Klimawandel. Es bestehe eine Chance von fünfzig zu fünfzig, dass mindestens in einem der kommenden fünf Jahre vorübergehend die durchschnittlichen globalen Temperaturen über die kritische Marke von 1,5 Grad Celsius steigen würden, erklärte die WMO in Genf.

Klimawandel: Pariser Klimaabkommen will Temperaturanstieg auf 1,5 Grad begrenzen

Die Staaten hätten sich 2015 im Pariser Klimaabkommen darauf geeinigt, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Damit sollten die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vermieden werden, hieß es. Temperaturanstiege über 1,5 Grad Celsius sind laut WMO sehr gefährlich für die Menschheit und den Planeten. Allerdings geht es beim Pariser Klimaabkommen darum, die Erderwärmung langfristig zu begrenzen. Dem WMO-Bericht zufolge gibt es derzeit nur eine Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent, dass der Fünfjahresdurchschnitt der Erderwärmung die Schwelle von 1,5 Grad überschreitet. 

WMO-Generalsekretär Petteri Taalas betonte, dass die Schätzungen sehr zuverlässig seien. Die Welt nähere sich immer mehr der in Paris vereinbarten Grenze. Ab 1,5 Grad würden die Auswirkungen des Klimas für die Menschen und den gesamten Planeten „zunehmend schädlich“. Solange die Menschen weiter Treibhausgase in die Atmosphäre blasen, werde „der Meeresspiegel weiter steigen und extreme Wetterbedingungen werden sich weiter verschärfen“.

Zudem besteht laut WMO eine Wahrscheinlichkeit von 93 Prozent, dass im Zeitraum 2022 bis 2026 mindestens ein Jahr zum wärmsten seit Beginn der Aufzeichnungen wird. Die WMO bezieht sich in ihren Ausführungen auf die meteorologische Behörde Großbritanniens, die die Daten bereitstellt. (ktho mit epd/AFP)

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