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Erneut sind tausende Menschen für das Klima auf die Straße gegangen. 

Demo für Klimaschutz

Sorge vor „schrecklichen Folgen“ des Klimawandels

Zum Abschluss der Protestwoche demonstrieren erneut Hunderttausende für mehr Klimaschutz. 

Weltweit sind am Freitag erneut Hunderttausende Menschen für mehr Einsatz beim Klimaschutz auf die Straße gegangen. In Deutschland folgten dem Aufruf aber deutlich weniger Unterstützer als beim Klimastreik eine Woche zuvor. In Hamburg trotzten nach Angaben der Polizei 3200 Teilnehmer dem Regenwetter. In München nahmen laut Polizei rund 2000 Menschen bei einem Demozug durch die Innenstadt teil, in Nürnberg waren es 1200 Demonstranten. Die Bewegung Fridays for Future hatte Demonstrationen in mindestens 65 Städten angekündigt.

In der schwedischen Heimat von Klima-Aktivistin Greta Thunberg beteiligten sich Menschen in allen größeren Städten an den internationalen Klimaprotesten. Unter anderem in Stockholm, Uppsala, Malmö und Umeå versammelten sich am Freitagmittag etliche Menschen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Genaue Teilnehmerzahlen waren zunächst nicht bekannt. Insgesamt waren Aktionen und Kundgebungen an mehr als 100 Orten geplant. Auch in anderen Teilen Skandinaviens wurde protestiert, darunter an mehr als 20 Orten in Finnland, wo nach Polizeiangaben allein mindestens 5000 Menschen zu einem Protest rund um das Parlament in Helsinki kamen. 

In Stockholm sprachen die Organisatoren der Bewegung Fridays for Future zunächst von 30 000 bis 40 000 Teilnehmern. Ein Junge, der bereits früh zu dem Protestzug gekommen war, sagte dem Sender SVT, er wolle einfach eine schöne Zukunft haben, ohne auf einen anderen Planeten flüchten zu müssen. Thunberg selbst wollte am Freitag an einer Großkundgebung im kanadischen Montreal teilnehmen.

In Italien demonstrierten am Freitag mehr als eine Million meist junge Menschen für einen besseren Schutz des Weltklimas. Mit Spruchbändern wie „Wir haben keinen Planeten B“ oder „Tötet unsere Zukunft nicht“ und Sprechchören wie „Mit Greta retten wir den Planeten“ zogen die Demonstranten in Rom rund zwei Kilometer durch die Innenstadt bis ins antike Zentrum zwischen Kaiserforen und Kolosseum.

Nach Angaben der Fridays for Future-Bewegung nahmen allein in der Hauptstadt mehr als 200 000 Menschen am Klimastreik teil. Die Erwartungen seien deutlich übertroffen worden. Einige Demonstranten brachten angesichts jüngster Warnungen vom Mont Blanc wegen eines Gletscherabbruchs auch ihre Sorge um das Abschmelzen der Eismassen zum Ausdruck.

In Mailand, Italiens zweitgrößter Stadt, protestierten laut Organisatoren mehr als 150 000 Menschen. Mit Slogans wie „Wir wollen eine heiße Pizza, aber keinen heißen Planeten“ gingen die Schüler in Neapel auf die Straße. „Es hat keinen Sinn zu studieren ohne Zukunft“, skandierten Demonstranten in Genua. „Wenn die Erde brennt, brennt ihr mit“, hieß es in Palermo. Auch aus Turin, Florenz, Cagliari, Bari und Bozen wurden Demonstrationen mit jeweils Tausenden von Teilnehmern gemeldet.

Mallorca erlebte bei sommerlichen Temperaturen um die 27 Grad die größte Klimaschutz-Kundgebung seit Beginn der Fridays for Future-Bewegung. Tausende zumeist junge Menschen hatten sich schon Stunden vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung auf der Plaza del Tubo im Zentrum der Hauptstadt der spanischen Urlaubsinsel versammelt. Sie zogen von dort aus Richtung Rathausplatz. Nach Polizeischätzung waren es mindestens 5000 Demonstranten.

Palmas Bürgermeister José Hila rief Bürger und Unternehmen auf Twitter dazu auf, sich am Kampf gegen den Klimawandel zu beteiligen. Dessen Folgen seien „jeden Tag deutlicher“, sagte der Sozialist. Er warnte: „Unsere Stadt, direkt an der Küste gelegen, wird zweifelsohne die schrecklichen Folgen zu spüren bekommen, wenn der Meeresspiegel steigt.“ (dpa) 

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