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Die Kohlmeise, eigentlich anpassungsfähig, merkt nicht, dass sie ihre Brutzeiten ändern müsste.

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Die Klimazonen verschieben sich: Forscher fürchten erhebliche Konsequenzen

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Die Klimazonen auf der Nord- und Südhalbkugel verschieben sich. Forscher befürchten erhebliche Konsequenzen für heute fruchtbare Landschaften.

Forschern des Weltklimarats warnen vor gravierenden Folgen der globalen Klimaveränderung: Die Klimazonen auf der Nord- und Südhalbkugel verschieben sich in Richtung der Pole. Somit werden Dürren, Überschwemmungen und extreme Hitze zur Regel in Gebieten, in denen heute fruchtbare Landschaften liegen. So sagen es die 60 internationalen Wissenschaftler des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in ihrem Bericht voraus, der Anfang August vorgestellt wird und vom SWR vorab zitiert wird.

Aber nicht nur für die Landwirtschaft wird die Erderwärmung zur Belastung, auch die Tierwelt ist bedroht. Vögel etwa könnten sich zwar mit verschiedenen Strategien dem Klimawandel anpassen, hielten aber mit dessen Tempo kaum mit, so das Ergebnis der Wissenschaftler des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung und internationaler Kollegen nach einer Auswertung von Daten aus 71 Studien. Demnach sind selbst anpassungsfähige Arten wie Kohlmeise, Rauchschwalbe und Elster langfristig bedroht. Die Vögel spürten nicht, dass sich die Bedingungen verändern und sie auch ihre Brutzeiten anpassen müssten.

 

Mehr Waldflächen gegen den Klimawandel

Auf die raschen Veränderungen des Weltklimas wollen Wissenschaftler unter anderem mit einer natürlichen Methode reagieren: Wie Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich herausfanden, könnten mehr Bäume auf der Erde den Klimawandel effektiver bekämpfen als bislang gedacht.

Die Erde sei derzeit von 2,8 Milliarden Hektar Wald bedeckt, die Forscher halten die Neubepflanzung von zusätzlichen 900 Millionen Hektar für möglich. Mit Abstand am meisten Fläche für eine Aufforstung habe Russland, gefolgt von den USA, Kanada, Australien, Brasilien und China. Die neuen Wälder könnten 205 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) speichern, wenn sie herangewachsen sind. So könne sogar das vom Weltklimarat IPCC vorgegebene Ziel einer Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad erreicht werden.

Der Wandel ist rasant

Die Aufforstung müsste Experten zufolge schnellstens beginnen, damit möglichst viele Bäume bald als natürliche CO2-Speicher genutzt werden können. Denn die Klimaerwärmung verläuft nicht nur schneller, sondern – anders als früher – auch nicht mehr nur regional. Außerhalb des derzeitigen rapiden Temperaturanstiegs hätten Klimaschwankungen in den vergangenen zwei Jahrtausenden nie auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit stattgefunden. Zurzeit aber steigen die Temperaturen überall auf der Welt, und zwar gleichzeitig, wie Wissenschaftler der Universität Bern nun erklärten.

Der Geografieprofessor Scott George von der Universität Minnesota resümiert: „Die gängige Maxime, dass das Klima sich immer ändert, stimmt mit Sicherheit. Aber selbst, wenn wir in unserer Perspektive bis in die frühen Tage der römischen Kaiserzeit zurückgehen, können wir kein Ereignis erkennen, das in Grad oder Ausmaß der Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte auch nur annähernd entspricht.“

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