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Sein Weltraumflug war klimaschädlich: Amazon-Gründer Jef Bezos bei der Klimakonferenz inGlasgow.
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Sein Weltraumflug war klimaschädlich: Amazon-Gründer Jef Bezos bei der Klimakonferenz inGlasgow.

COP26

Klimawandel: „Kleine Elite gönnt sich Freifahrtschein“

  • VonSandra Kirchner
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Oxfam: Superreiche verursachen einen immer größeren Teil der Emissionen

Der britische Milliardär Richard Branson hat es getan, Amazon-Gründer Jeff Bezos auch: Sie sind in den Weltraum geflogen. Doch das kurze Vergnügen, das für fast alle anderen Menschen unerreichbar bleiben dürfte, hat es in sich. „Mit einem einzigen Weltraumflug verursacht ein Milliardär mehr Emissionen, als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringt“, sagt Nafkote Dabi, Klimaexpertin der Entwicklungsorganisation Oxfam. Eine kleine Elite gönne sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung des Klimas.

Das belegt auch ein Bericht, den Oxfam am Freitag in Glasgow vorgelegt hat. Demnach darf der CO 2 -Ausstoß pro Kopf im weltweiten Durchschnitt 2030 nicht mehr als 2,3 Tonnen betragen, um verträglich mit dem 1,5-Grad-Ziel aus dem Pariser Klimavertrag zu sein. Schon heute liegen die Menschen in etlichen Ländern des globalen Südens mit ihrem Pro-Kopf-Ausstoß darunter. In Sambia, Afghanistan oder Vanuatu liegt der CO 2 -Ausstoß zum Beispiel bei rund 0,3 Tonnen pro Kopf – und wird auch in zehn Jahren die kritische Grenze von 2,3 Tonnen kaum übersteigen.

Auf der anderen Seite werden die Emissionen von sehr reichen Menschen anteilsmäßig weiter zunehmen. Dem Bericht zufolge dürfte das eine Prozent der reichsten Menschen 2030 für 16 Prozent der weltweiten Gesamtemissionen verantwortlich sein. Ihre Pro-Kopf-Emissionen würden dann den für das 1,5-Grad-Ziel verträglichen Wert 30-fach übersteigen. Wollten sie ihre Emissionen in die Nähe der Paris-Verträglichkeit bringen, müssten sie sie um 97 Prozent reduzieren. Die Auswirkungen der Klimakrise treffen dagegen vor allem die Ärmsten. Menschen im globalen Süden sind von klimabedingten Schäden besonders betroffen. In den vergangenen beiden Jahrzehnten trafen Extremwetterereignisse Puerto Rico, Myanmar, Haiti, die Philippinen und Mosambik am schlimmsten.

Was tun? Die Regierungen der Welt müssen die reichsten Menschen ihrer jeweiligen Länder dazu bringen, ihre klimaschädlichen Emissionen radikal zu senken. „Dazu gehören sowohl Maßnahmen zur Einschränkung des CO 2 -Verbrauchs für Luxusgüter wie Megayachten, Privatjets und private Raumfahrt als auch zur Begrenzung klimaintensiver Investitionen wie des Aktienbesitzes in der fossilen Brennstoffindustrie“, sagt Studioautor Tim Gore von der Denkfabrik IEEP. Doch auch in sich entwickelnden Staaten müssen die Reichen ihre Emissionen begrenzen. Künftig wird es Superreiche nämlich nicht nur in den Industriestaaten geben. Jeder vierte Superreiche wird künftig aus China kommen und jeder zehnte aus Indien.

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