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Die Gründe für die verheerenden Waldbrände in den USA sind vielfältig.
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Die Gründe für die verheerenden Waldbrände in den USA sind vielfältig.

Rauch strömt auch nach Deutschland

Klimawandel als Brandbeschleuniger: Waldbrände in den USA könnten noch Monate andauern

  • Joachim Wille
    vonJoachim Wille
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In den USA wüten die Waldbrände schlimmer denn je. Experten machen den Klimawandel als Brandbeschleuniger verantwortlich. Trump leugnet das.

  • An der Westküste der USA toben verheerende Waldbrände.
  • Selbst nach Deutschland strömt der Rauch.
  • Die Brände in den USA könnten sogar noch dramatischer werden.

Die Wald- und Buschbrände an der US-Westküste sind gigantisch, so verheerend wie nie, eine Fläche größer als Rheinland-Pfalz ist inzwischen eingeäschert. Millionen Menschen von Kanada bis Kalifornien atmen rauchgeschwängerte Luft.

Sogar in der Atmosphäre über Deutschland stellen Forscher seit dem Wochenende Rauch fest, der aus den Bundesstaaten mit den größten Feuerherden stammt – Kalifornien, Oregon und Washington. Messgeräte des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig zeigten die Staub- und Rußschicht, zuerst in zehn bis zwölf Kilometern Höhe.

„Wir messen immer noch viel Rauch in der Atmosphäre“, berichtete Tropos-Forscher Moritz Haarig am Dienstag der FR, „nun zwischen zwei bis sieben Kilometern.“ Die Ruß- und Aschepartikel aus den Brandregionen steigen durch die extreme Hitze auf, und in der oberen Troposphäre und der Stratosphäre können sie dann mit den Höhenwinden große Entfernungen überwinden, ähnlich wie die Asche von Vulkanausbrüchen.

In den USA sind Brände nichts Ungewöhnliches – Ihr Ausmaß ist aber unbestritten gestiegen

Wald- und Buschbrände sind für die Regionen an der US-Westküste eigentlich nichts Ungewöhnliches. Sie gehören zur nordamerikanischen Landschaft dazu. Für viele Ökosysteme, die sich erst mit den natürlichen Bränden entwickelt haben, sind sie sogar wichtig, um stabil zu bleiben.

Unbestritten ist aber, dass Häufigkeit und Ausmaß der Brände in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen sind. In den gesamten USA ist die Waldbrandsaison inzwischen drei Monate länger als noch vor einem halben Jahrhundert, und speziell in Teilen Kaliforniens finden die Feuer in den Wald- und Buschregionen nun fast ganzjährig statt – außer für ein paar Wochen im tiefen Winter. Bereits im vorigen Jahr zeigte die Statistik der kalifornischen Forst- und Brandschutzbehörde, dass sich 15 der 20 zerstörerischsten Brände dort seit dem Jahr 2000 ereigneten.

Waldbrände in den USA könnten in diesem Jahr noch dramatischer ausfallen

Mit diesem Jahr dürfte die Bilanz noch dramatischer ausfallen, denn die Feuersaison wird noch Wochen oder sogar Monate andauern. In früheren Jahrzehnten verlöschten die meisten Waldbrände im Oktober von selbst, nämlich mit Beginn der Regenzeit. In den vergangenen Jahren aber loderten Feuer oft noch bis in den Dezember hinein, es fielen wenig Niederschläge.

Dass der Klimawandel einen starken Einfluss auf die Feuersituation hat, ist unter Experten unumstritten. Der Südwesten der USA hat sich überdurchschnittlich schnell erwärmt; so liegt die mittlere Temperatur in Südkalifornien heute bereits um rund 1,8 Grad höher als in vorindustrieller Zeit, während die Landmassen der Erde sich im Durchschnitt um 1,5 Grad erwärmt haben. Die Niederschläge haben hier um rund 30 Prozent abgenommen, was dazu führt, dass die Vegetation schneller austrocknet.

Brände in den USA: Klimawandel wirkt wie ein Brandbeschleuniger

Dazu passt, dass in diesem Jahr seit August extreme Hitzewellen in Südkalifornien für neue Temperaturspitzen sorgen. Im für seine heißen Temperaturen berüchtigten kalifornischen „Death Valley“ wurde ein neuer Hitzerekord von 54,4 Grad Celsius gemessen, und selbst im Raum Los Angeles sind Sommertemperaturen von bis zu 50 Grad keine Seltenheit mehr.

Experten warnen schon seit Jahren davor, dass die globale Erwärmung wie ein Brandbeschleuniger wirkt. Man könne dem Klimawandel zwar „nicht die Schuld für den Ausbruch von Landschaftsbränden geben“, sagte Brandexperte Lindon Pronto vom Europäischen Forstinstitut in Bonn. der FR 2018, als die damalige Rekordfläche von 7900 Quadratkilometern abbrannte; mehr als 100 Menschen starben und die Kleinstadt Paradise wurde fast komplett zerstört.

Aber er sei verantwortlich „für das vermehrte Auftreten von Wetterextremen wie anhaltende Trockenzeiten, die wiederum die Schwere und das Verhalten eines Brandes beeinflussen“. 2020 sind bislang bereits mehr Wälder als damals in Flammen aufgegangen.

In Kalifornien wurden die meisten Waldbrände von Menschen verursacht

Richtig ist, dass in Kalifornien die meisten Brände bisher durch menschliche Einwirkung verursacht werden – durch defekte Stromleitungen, wie im Fall Paradise, aber auch durch Brandstiftung und Unachtsamkeit. In diesem Sommer allerdings sind die meisten Feuer durch trockene Gewitter entfacht worden, die auf eine ausgetrocknete Vegetation trafen; an manchen Tagen zählten die Meteorologen mehr als 1000 Blitze.

Im vergangenen Winter hatte es wenig Regen und Schnee gegeben, dann ab dem Frühjahr gleich mehrere Hitzewellen, wahrscheinlich eine Folge des Klimawandels. Zudem heizten starke Fallwinde aus der Sierra Nevada die Brände zusätzlich an.

US-Präsident Trump weist Klimawandel als Ursache der Brände in den USA zurück

Hinzu kommen weitere Eingriffe des Menschen. US-Präsident Donald Trump, der den Klimawandel als Ursache zurückweist und sich damit gegen die Wissenschaft stellt, trifft durchaus einen Punkt, wenn er die Forstwirtschaft mitverantwortlich für das Inferno macht. So hat die „Zero-Tolerance“-Strategie gegen Wildfeuer – sie werden, sobald erkannt, möglichst schnell erstickt – dazu geführt, dass sich in den Wäldern über die Jahre mehr Unterholz bildet, das wie Zunder brennt.

Insgesamt könne das Forstmanagement verbessert werden, räumte jetzt sogar Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bei Trumps Besuch in der Brandregion ein – wobei er allerdings daran erinnerte, dass nur drei Prozent der Waldfläche Kaliforniens unter bundesstaatlicher Kontrolle stünden, 57 Prozent hingegen vom Bund bewirtschaftet werden.

Auch ein anderer Eingriff in die Wälder erhöht das Risiko: die Anpflanzung von Douglasien. Diese Baumart ersetzt auf immer mehr Flächen die ursprünglichen Wälder, da die Bauindustrie nach ihr verlangt. Der Schutz vor Waldbränden wird damit jedoch viel schwerer. Douglasien sind weniger feuerresistent, und ihre noch glimmende Asche fliegt weiter als die anderer Baumarten. So entstehenden leichter neue Brände. (Von Joachim Wille)

Im Zusammenhang mit den Bränden kam es im Streit über die schweren Waldbrände zu einem skurrilen Dialog. zwischen US-Präsident Donald Trump und Wade Crowfoot, dem Minister für natürliche Ressourcen in Kalifornien.

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