1. Startseite
  2. Politik

Klimaschutz-Index: Deutschland rutscht um drei Plätze ab

Erstellt:

Von: Joachim Wille

Kommentare

Das polnische Kohlekraftwerk Belchatów. Das Land schneidet „sehr schlecht“ ab
Das polnische Kohlekraftwerk Belchatów. Das Land schneidet „sehr schlecht“ ab © afp

Auf dem Klimaschutz-Ranking der Umweltschutzorganisation Germanwatch liegen Dänemark, Schweden und Chile an der Spitze.

Mit ihrer aktuellen Klimapolitik riskieren die Staaten der Welt gemeinsam, die Erderwärmung auf fast drei Grad hochzutreiben – etwa doppelt so stark wie tolerabel, um das Auslösen von Kippelementen im Klimasystem zu verhindern. Der am Montag auf dem UN-Gipfel in Scharm el-Scheich veröffentlichte „Klimaschutz-Index 2023“ zeigt allerdings große Unterschiede in der Klimapolitik der Länder. Dänemark, Schweden und Chile stehen an der Spitze, große Öl- und Gasproduzenten sind die Schlusslichter. Bedenklich ist, dass der mit Abstand größte globale Treibhausgas-Einheizer, China, um 13 Plätze zurückgefallen ist.

In dem Länder-Index, der jährlich von der Umweltorganisation Germanwatch und dem New Climate Institute herausgegeben wird, liegen China und die USA auf den Rängen 51 und 52 von 59 untersuchten Staaten plus EU. Die USA haben ihren Platz etwas verbessert, vor allem aufgrund von Präsident Joe Bidens progressiver Klimapolitik. Auch der Trend bei Energieverbrauch und Emissionen zeigt laut der Analyse in die richtige Richtung, allerdings sei der CO2-Level pro Kopf im globalen Vergleich noch sehr hoch.

Die ersten drei Plätze in dem Ranking blieben unbesetzt, da sich laut Germanwatch keiner der Staaten auf einem 1.5 Grad-Pfad bewegt. Die Expert:innen loben Dänemark. Es weise als einziges Land eine „sehr gute“ internationale Klimapolitik auf. Allerdings hat sich auch ein großes Land wie Indien in der Gruppe „gut“ etablieren können.

Wissing liefert nicht

Deutschland hat sich um drei Plätze auf Platz 16 verschlechtert und liegt damit noch knapp im Bereich „gut“. Die Ampel-Regierung erhält trotz inhaltlicher Ausfälle im FDP-geführten Verkehrsressort bessere Noten als das letzte Merkel-Kabinett. Es rächt sich aber jetzt die schwache Klimapolitik der letzten Jahre, etwa durch den extremen Einbruch beim Windkraft-Ausbau. Negativ wirke sich ebenfalls die Fixierung von Kanzler Scholz auf den überdimensionierten Ausbau von Flüssiggas-Importen und das Hochfahren von Kohlekraftwerken infolge der Energiepreiskrise aus, sagt Jan Burck von Germanwatch. Zum anderen drücke „die Arbeitsverweigerung des Ministers Wissing bei der Umsetzung der Klimaziele im Verkehr auf Deutschlands Bewertung“.

Das Bild bei den EU-Staaten ist uneinheitlich: Neun befinden sich in der Kategorie „gut“, sieben in „schlecht“ und mit Polen und Ungarn zwei in „sehr schlecht“. Am Ende des Index finden sich Iran (63.), Saudi-Arabien (62.) und Kasachstan (61.).

Auch interessant

Kommentare