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Stahlerzeugung auf traditionelle Weise: Ein Hochofen in Duisburg.
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Stahlerzeugung auf traditionelle Weise: Ein Hochofen in Duisburg.

COP26

Klimakonferenz in Glasgow: Der Markt alleine wird es nicht richten

  • VonChristian Mihatsch
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Eine Initiative auf der Klimakonferenz will klimafreundliche Technologien durch Koordination und staatliche Instrumente günstiger machen

Die Kosten für Batterien sind in den letzten zehn Jahren um 90 Prozent gefallen. Möglich gemacht hat das die Lernkurve: Mit jeder Verdoppelung der Zahl der jemals hergestellten Batterien fallen die Kosten um einen bestimmten Prozentsatz, weil die Produktion durch Erfahrung immer effizienter wird.

Dieser Effekt wurde lange unterschätzt, weswegen die Kosten für den Klimaschutz überschätzt wurden. Viele Technologien sind aber noch ganz am Anfang ihrer Lernkurve: Dies gilt etwa für grünen Stahl, der mit Hilfe von Wasserstoff statt mit Kokskohle hergestellt wird. Wenn es gelingen würde, die Produktion von grünem Stahl schnell zu erhöhen, dann ließen sich die Kosten ebenso schnell senken.

Das ist die Logik hinter fünf Sektorinitiativen, die am Dienstag auf der UN-Klimakonferenz in Glasgow vorgestellt wurden. Der britische Premierminister Boris Johnson sagte dazu: „Indem wir saubere Technologien zur günstigsten Wahl machen, zur Standardlösung in den derzeit umweltschädlichsten Sektoren, können wir die Emissionen auf der ganzen Welt senken.“

Zunächst wurde für die Sektoren Stromerzeugung, Straßenverkehr, Wasserstoff, Stahl und Landwirtschaft jeweils eine „Breakthrough“ (englisch für Durchbruch) Initiative vorgestellt. Mitglieder dieser Initiativen sind mehr als 40 Staaten rund um die Welt, darunter die EU, die USA, China und Indien.

Insgesamt decken diese Länder rund drei Viertel der globalen Wirtschaftsleistung ab. Mitglieder sind aber auch Firmen aus den jeweiligen Branchen. Das können sowohl Hersteller als auch Käufer sein. Im Stahlbereich haben etwa 25 internationale Großkonzerne einen „Käufer-Club“ gebildet. Dieser garantiert den Stahlherstellern, dass diese ihren grünen Stahl auch tatsächlich verkaufen können, selbst wenn er anfangs teurer ist als herkömmlicher Stahl. Ergänzt wird dies durch eine Regierungsmaßnahme: Die EU und die USA haben beim G20-Gipfel bekannt gegeben, dass sie ihre Zölle auf grünen Stahl abschaffen wollen.

Für Nigel Topping vom britischen Team der Konferenzpräsidentschaft ist dieses Modell gar die eigentliche Aufgabe künftiger Klimakonferenzen: „Genau darum geht es bei der Zukunft der UN-Klimakonferenzen: eine Ambitionsschleife in Gang zu bringen zwischen politischer Führung und der Dynamik des Privatsektors.“ Ähnlich sieht das Nick Mabey vom britischen Umweltthinktank E3G, der im Hinblick auf die Initiativen sagte, diese brächten „den Klimawandel aus den Verhandlungsräumen in die reale Wirtschaft“.

Wie wichtig das ist, zeigt eine Studie, die parallel zu den Initiativen veröffentlicht wurde. „Staatliche Maßnahmen zur Gestaltung von Märkten für saubere Technologien sind der Schlüssel, um den raschen Wandel voranzutreiben, der notwendig ist, um die Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.“ Oder anders: Der Markt allein wird’s nicht richten und „die Verwirklichung von ‚Netto-Null‘ erfordert ein ausgefeilteres wirtschaftliches Verständnis von Innovation und Übergang“.

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