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Kohlekraftwerk Weisweiler: Deutschland verzeichnet laut der Studie jährlich 200 000 vorzeitige Todesfälle durch verschmutzte Luft.
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Kohlekraftwerk Weisweiler: Deutschland verzeichnet laut der Studie jährlich 200.000 vorzeitige Todesfälle durch verschmutzte Luft.

COP26

Klimagipfel: Immer mehr Staaten wollen Kohleausstieg bis 2030

  • VonJörg Staude
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In Glasgow schwenken auch Länder wie Polen und die Ukraine um. Deutschlands Ausstiegsfahrplan bis 2038 gilt kritischen Expert:innen inzwischen als „peinlich“.

Wenigstens das Kohlezeitalter scheint sich langsam dem Ende zu nähern. Am Donnerstag wuchs auf dem Weltklimagipfel COP26 in Glasgow die weltweite Kohle-Ausstiegsinitiative „Powering Past Coal Alliance“ um mehr als 30 auf über 160 Mitglieder.

Zu den neuen Ländern gehören die Ukraine, Chile, Singapur, Mauritius, Slowenien und Estland. Beigetreten sind zudem Regionen und Städte wie New Mexico (USA), Walbrzych und Koszalin (Polen), mehrere Regionen der Philippinen sowie die südafrikanische Stadt Durban.

Etwa zwei Drittel der OECD- und EU-Länder sind nun Mitglieder der Initiative und verpflichteten sich, möglichst bis 2030 aus der Kohle auszusteigen und den weltweiten Übergang uu Ökoenergien zu beschleunigen.

Wichtigstes neues Mitglied der Allianz ist zweifellos die Ukraine. Mit dem Beitritt verpflichtet sich das Land konkret, die Kohleverstromung bis 2035 zu beenden. Das Land verfügt mit mehr als 20 000 Megawatt Kapazität über die drittgrößte Kohlekraftwerksflotte in Europa nach Deutschland und Polen. Etwa 30 Prozent ihres Stroms erzeugt die Ukraine auf Kohlebasis, einen noch größeren Anteil haben mit mehr als 50 Prozent aber Atomkraftwerke inne.

Polen wiederum signierte am Donnerstag die „Coal-to-Clean-Initiative“ des COP-Präsidenten Alok Sharma. Daneben verpflichteten sich auch Vietnam, Chile und eine Reihe weiterer Länder, aus der Kohleverstromung auszusteigen und keine neuen Kohlemeiler zu bauen oder in diese zu investieren. Spätestens 2040 solle die Abkehr von dem Brennstoff vollzogen sein.

Nur schillernde Versprechen?

Das „Ende der Kohle“ sei in Sicht, erklärte Sharma trotz des Umstands, dass China, die USA und Indien die Zusage noch nicht zeichneten. Analyst:innen erklären die Weigerung der USA vor allem mit innenpolitischen Rücksichten der Biden-Administration.

Die Umweltorganisation Greenpeace kritisierte die Coal-to-Clean-Vereinbarung als unzureichend. „Das Kleingedruckte scheint den Ländern erheblichen Spielraum zu geben, um ihr eigenes Ausstiegsdatum zu wählen -trotz der schillernden Überschrift“, sagte Delegationsleiter Juan Pablo Osornion der BBC.

Alle Verpflichtungen zusammengenommen, könnten in den nächsten Jahren um die 40 000 Megawatt Kohle in 20 Ländern abgeschaltet werden. Das ist so viel, wie an Kohlekraft in Deutschland zu ihren leistungsstärksten Zeiten am Netz war.

Während der Rest Europas die Ausstiegspläne beschleunige, gerate Deutschland ins Hintertreffen, kommentierte Charles Moore vom Thinktank Ember. Gerade im Vergleich zur Ukraine wirke Deutschlands Fahrplan bis zum Endjahr 2038 „peinlich“.

Die Organisation Europe Beyond Coal ermahnte die Verhandler für eine Ampel-Regierung in Berlin, die Weltgemeinschaft brauche von ihnen schon während der COP ein klares Bekenntnis, dass 2030 Schluss mit der Kohle ist. „Nur so kann Deutschland im Klimaschutz noch ernst genommen werden.“

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