Klimadialog

Aufrufe zu nachhaltigem Wiederaufbau der Wirtschaft

Klimaminister aus rund 30 Staaten beraten online, wie die Wirtschaft nach der Corona-Krise gestaltet werden kann.

Mit Aufrufen, den Klimaschutz und den wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie zusammen zu denken, hat am Montag der internationale Petersberger Klimadialog begonnen. Die Beratungen von Klimaministern aus rund 30 Staaten, die normalerweise in Berlin stattfinden, werden diesmal wegen der Corona-Krise als Video-Konferenz abgehalten. Die Gestaltung der Wirtschaftsprogramme nach der Krise „wird darüber entscheiden, ob wir beim Klimaschutz wirklich vorankommen“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) zum Auftakt.

Gerade angesichts der Erfahrungen der Corona-Krise sei es wichtig, „unsere Volkswirtschaften moderner und widerstandsfähiger zu machen“, hob Schulze hervor. Statt die Nachfrage nach fossilen Verbrennungsmotoren anzukurbeln, müsse es jetzt beispielsweise darum gehen, „in emissionsfreie Mobilität zu investieren“. Während gegen das Coronavirus noch nach einem Impfstoff gesucht werde, seien die notwendigen Mittel gegen die Klimakrise bekannt, „auf diese Investitionen sollten wir jetzt setzen“, forderte die Ministerin.

Der Petersberger Klimadialog dient traditionell der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz, die in diesem Fall allerdings wegen der Pandemie auf das kommende Jahr verschoben wurde. Schulze betonte, gleichwohl müssten die Staaten aber gemäß dem Pariser Klimaschutzabkommen noch in diesem Jahr aktualisierte Emissionsziele vorlegen. „Der Klimaschutz darf nicht warten“, sagte die Ministerin.

Konkret pochte sie darauf, das EU-Emissionsziel für 2030 von bisher 40 Prozent weniger CO2-Ausstoß auf 50 bis 55 Prozent im Vergleich zu 1990 anzuheben. Dies entspricht auch Vorschlägen der EU-Kommission. „Ich finde wichtig, dass die EU in diesem Jahr ein klares Signal gibt“, verlangte Schulze. Es müssten jetzt die Weichen gestellt werden, um wie vorgesehen bis Mitte des Jahrhunderts Treibhausgasneutralität zu erreichen.

Nach der Corona-Krise „sollten wir nicht wieder zurückgehen zur alten Welt“, sagte auch der britische Klimaökonom Nicholas Stern bei einem gemeinsamen Auftritt mit Schulze. Er hob ebenfalls hervor, die Pandemie habe gezeigt, „wir empfindlich und verwundbar unsere Volkswirtschaften sind“. Die Risiken durch den Klimawandel seien aber „noch größer als das, was wir in der Corona-Krise feststellen“, denn „die Folgen der Erderwärmung werden nicht mehr umkehrbar sein“.

„Wir müssen unsere Zukunft krisenfester gestalten“ und „wir müssen uns auf einen nachhaltigen Wachstumspfad konzentrieren, verlangte auch die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbunds (IGB), Sharan Burrow. Am Dienstag wollen auf dem zweitägigen Klimadialog Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und UN-Generalsekretär António Guterres sprechen. (afp)

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