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Richard Branson an Bord des Raumflugzeugs „VSS Unity“.
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Richard Branson an Bord des Raumflugzeugs „VSS Unity“.

Oxfam-Studie

Klimawandel: Eine kleine Elite von Superreichen lebt wie ökologische Vandalen

  • Christian Stör
    VonChristian Stör
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Die neue, auf der Weltklimakonferenz vorgestellte Oxfam-Studie belegt, dass zu einem großen Teil eine kleine Elite für die globalen Gesamtemissionen verantwortlich ist.

Berlin - Die Welt kämpft gegen den Klimawandel. Oder zumindest ein Teil der Welt. Denn ganz offenbar gibt es eine Gruppe, die mit dem Klimaschutz auch in diesen heißen Zeiten nicht allzu viel am Hut hat. Oxfam jedenfalls prangert die Superreichen in aller Welt an, noch immer wie ökologische Vandalen zu leben.

Die Pro-Kopf-Emissionen der zum reichsten ein Prozent der Weltbevölkerung gehörenden Menschen würden 2030 um ein 30-faches über dem Wert liegen, der mit dem 1,5-Grad-Ziel verträglich sei, heißt es in einer Studie, die die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation jetzt auf der Weltklimakonferenz in Glasgow vorgestellt hat. Damit schädigten die Superreichen das Klima mehr als die ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung zusammen.

Klima: Oxfam prangert massive soziale Ungleichheit beim CO2-Ausstoß an

Die Oxfam-Studie „CO2-Ungleichheit im Jahr 2030: Pro-Kopf-Emissionen und das 1,5-Grad-Ziel“ bezieht sich auf Untersuchungen des Instituts für Europäische Umweltpolitik (IEEP) und des Stockholmer Umweltinstituts (SEI). Demnach dürfte der Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2030 weltweit im Schnitt maximal 2,3 Tonnen betragen, wenn das Ziel erreicht werden soll, die Erderwärmung in diesem Jahrhundert auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

Während die Pro-Kopf-Emissionen der ärmeren Hälfte der Bevölkerung laut der Studie auch am Ende dieses Jahrzehnts noch weit unter diesem Wert bleiben werden, werden die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung ihn 2030 voraussichtlich um das Neunfache überschreiten. Beim reichsten Prozent sagt die Studie sogar eine Überschreitung um das 30-fache voraus.

Oxfam übt Kritik an Weltraumflügen

Damit wird nach Abgaben von Oxfam das reichste Prozent der Weltbevölkerung bis 2030 für insgesamt 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein. Die Klimaexpertin von Oxfam legte den Finger in die Wunde und sprach vor allem auch die an, die so viel Geld haben, dass sie gar nicht richtig wissen würden, was sie damit eigentlich anfangen sollten. „Mit einem einzigen Weltraumflug verursacht ein Milliardär mehr Emissionen, als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in seinem ganzen Leben zusammenbringt“, sagte Nafkote Dabi. „Eine kleine Elite gönnt sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas.“ Dies habe katastrophale Folgen für Millionen Menschen, die bereits jetzt mit tödlichen Stürmen, Hunger und Not konfrontiert seien.

Gemünzt war diese Einlassung auf Tesla-Chef Elon Musk (SpaceX), Amazon-Gründer Jeff Bezos (Blue Origin) und „Virgin Group“-Gründer Richard Branson (Virgin Galactic). Erst im Juli war Branson an Bord des Raumflugzeugs „VSS Unity“ in den Weltraum geflogen und für einige Minuten Schwerelosigkeit erlebt.

Oxfam: Ökologischer Fußabdruck der Superreichen nicht mit 1,5-Grad-Ziel verträglich

Der Oxfam-Studienautor Tim Gore vom IEEP forderte eine Ausrichtung der Maßnahmen zum Klimaschutz auf die „extrem Reichen“. „Die Klima- und die Ungleichheitskrise sollten gemeinsam angegangen werden. Dazu gehören sowohl Maßnahmen zur Einschränkung des CO2-Verbrauchs für Luxusgüter wie Megajachten, Privatjets und private Raumfahrt als auch zur Begrenzung klimaintensiver Investitionen wie Aktienbesitz in der fossilen Brennstoffindustrie“, erklärte er.

Oxfam forderte alle Länder dazu auf, ihre Klimaziele unter dem Pariser Klimaabkommen von 2015 zu überarbeiten. Bis 2030 müssten die Staaten stärkere Emissionssenkungen anstreben, die ihrem „fairen Anteil“ entsprächen.

Erst kürzlich war EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wegen eines rund 20-minütigen Charterflugs aus Wien nach Bratislava in die Kritik geraten. Sowohl vom Europäischen Steuerzahlerbund als auch aus dem Bundestag kamen deutliche Worte. (cs/afp/dpa)

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