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UN-Bericht zieht ernüchternde Klima-Bilanz: Mehr Treibhausgase als je zuvor

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Von: Vincent Büssow

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Künstler Greg Mitchell vollendet sein Wandgemälde zum Thema Klimakrise, das die brennende Erde und die Aufschrift „While you were talking“ („Während Ihr geredet habt“) an der Seite der St. John‘s Church in der Princes Street, Edinburgh, anlässlich UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow in Glasgow zeigt.
Vor der Weltklimakonferenz in Glasgow zieht ein UN-Bericht eine ernüchternde Bilanz: In der Atmosphäre sind mehr Treibhausgase als je zuvor. © Jane Barlow/dpa

Kurz vor der entscheidenden Weltklimakonferenz zieht ein Bericht eine enttäuschende Bilanz zur Erderwärmung. Das 1,5 Grad-Ziel scheint immer unwahrscheinlicher.

Genf – Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) zieht in ihrem neuen Klima-Bericht ein desillusionierendes Fazit. Die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre steigt weiter auf eine Weise, die das 1,5 Grad-Ziel in immer weitere Ferne rücken lässt. Selbst die erhofften Effekte der Corona-Pandemie auf das Klima bleiben aus.

Laut dem Bericht der UN-Organisation vom Montag (25.10.2021) hat die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre im Jahre 2020 neue Höchstwerte erreicht. Der neue Wert von CO2, dem Hauptverursacher der Erderwärmung, lag bei 413,2ppm (Teilchen pro Millionen Teilchen). Das entspricht einer Steigerung um 149 Prozent im Vergleich zu dem Jahr 1750, für das die WMO den Beginn der Industrialisierung verordnet. Seitdem hat sich das weltweite Klima um durchschnittlich 1,1 Grad erwärmt, in Deutschland sogar um 1,6 Grad.

Keine Corona-Auswirkung auf das Klima – UN-Forscher appelliert an Nationen

Der Bericht stellt klar, dass die Auswirkungen der Pandemie keinen bedeutenden Emissionsrückgang zur Folge hatten. So wurden infolge der Corona-Lockdowns zwar weniger neue Treibhausgase ausgestoßen, die Zunahme in der Atmosphäre jedoch nicht unterbrochen. Die Klima-Ziele von Paris werden bei dem derzeitigen Anstieg nicht erreicht, weshalb WMO-Generalsekretär Petteri Taalas jetzt, kurz vor der Weltklimakonferenz COP26 am Sonntag (31.10.2021), an die Nationen appelliert.

„Viele Länder setzen sich jetzt Ziele für die Kohlenstoffneutralität, und es ist zu hoffen, dass die Verpflichtungen auf der COP26 drastisch zunehmen werden“, sagte Taalas. Die bisherigen Zusagen der 190 Staaten, die sich 2015 auf eine Begrenzung der Klimaerwärmung geeinigt hatten, reicht nach Angaben der UN nicht aus. „Die notwendigen Umstellungen sind wirtschaftlich erschwinglich und technisch machbar“, erklärte der WMO-Chef. „Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Amazonas-Brände und ausbleibende Corona-Effekte: Klima steht vor Kipppunkt

Neben den ernüchternden Effekten der Corona-Pandemie werden klimaschädliche Faktoren genannt, die ursprünglich eine Erwärmung der Erde verlangsamen sollten. So stoßen die Brände im Amazonas mehr CO2 aus als der Wald binden kann.

Zur Wichtigkeit des 1,5 Grad-Ziels sagte Taalas, dass die Erde zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren eine ähnliche CO2-Konzentration aufwies, wie es heute der Fall ist. Damals sei die Temperatur zwei bis drei Grad höher gewesen und der Meeresspiegel 10 bis 20 Meter höher. (vbu/dpa/afp)

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