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Gegen die Klima-Krise: Lauterbach ruft zu Fleischverzicht und Fahrradfahren auf

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Von: Moritz Serif

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Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD.
Bundesgesundheitsminister: Karl Lauterbach von der SPD. © IMAGO/M. Popow

Lauterbach war einst leidenschaftlicher Fleischesser. Mittlerweile ruft der Gesundheitsminister jedoch regelmäßig zum Verzicht auf.

Berlin - Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist vor allem für seine Beiträge in der Corona-Krise bekannt. Von Zeit zu Zeit äußert er sich allerdings auch zur Klimakrise. Lauterbach, der selbst früher Fleisch gegessen hatte, fordert die Menschen immer wieder dazu auf, ihren Fleischkonsum massiv zu reduzieren.

Nun hat sich Lauterbach für eine beschleunigte Abkehr von fossilen Brennstoffen ausgesprochen und auf Gesundheitsgefahren durch den Klimawandel hingewiesen. „Klimapolitik ist immer auch Gesundheitspolitik“, sagte Lauterbach am Donnerstag (3. November) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.

Wegen Klima-Krise: Lauterbach ruft zu Fleischverzicht und Fahrradfahren auf

Die Klimakatastrophe sei die Mutter aller Probleme, sagte Lauterbach. „Die Jahre laufen uns weg, wo wir noch die Dinge beeinflussen können.“ Er warb für fleischarme Ernährung oder Fleischverzicht und für die Nutzung von Fahrrädern, öffentlichen Verkehrsmitteln und Fahrzeugen ohne Verbrennungsmotor. Radfahren und sich fleischarm oder fleischfrei zu ernähren, seien gesünder und gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz.

Auf dem Podium saßen auch der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström, und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), Martin Herrmann. Die Fachleute sprachen von direkten und indirekten Einflüssen der Klimaveränderungen auf die Gesundheit wie Hitze und extreme Wetterereignisse, Allergien, Ernterückgänge durch Trockenheit, Hunger und soziale Konflikte sowie eine mögliche Begünstigung der Entstehung von Pandemien.

Als Kind und junger Mann war Lauterbach leidenschaftlicher Fleischesser

Bei Lauterbach fand offensichtlich ein Umdenken statt. „Als Kind und als junger Mann habe ich sehr gern Fleisch gegessen, und von daher war der Abschied für mich nicht leicht“, sagte der 59-Jährige einst der Deutschen Presse-Agentur. Fleisch sei für ihn damals „ein Genuss“ gewesen, nun habe er es vom Speiseplan verbannt.

Vor allem Grillfleisch ist ihm ein Dorn im Auge. Es verursache zehnmal so viele Treibhausgase wie vegetarische Alternativen. „Es ist billig und ungesund. Gleichzeitig wird oft der Regenwald abgeholzt oder gar abgebrannt, um Weidefläche für Rinder zu schaffen. Ich esse seit 33 Jahren kein Fleisch mehr“, twitterte Lauterbach vergangenen Sommer. (mse/dpa)

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