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60 JAHRE DANACH

Der kleine Befreier

Ingeborg Petzsch erlebte den Einmarsch der sowjetischen Armee in Kleinmachnow. Die "Russen" begegneten der 15-Jährigen in Gestalt eines zitternden "schmächtigen Kerlchens".

Kleinmachnow, damals Berlin-Zehlendorf 4, heute Bezirk Potsdam: Seit dem 20.4.1945 saß meine Mutter mit uns drei Kindern und den in Berlin-Charlottenburg ausgebombten Großeltern im Keller unseres Hauses, da draußen gekämpft wurde.

Genau wie die Verwandten im Nachbarhaus hatten wir Angst um Muttis Schwager, der als Volkssturmmann eigentlich eine Brücke über den Teltow-Kanal bewachen sollte, aber nach Hause zurückgekehrt war.

Als es am 24.4.'45 plötzlich still war, ging mein Großvater nach draußen, kam aber schnell wieder in den Keller und fragte uns, ob wir einen Russen sehen wollten. Im ersten Moment dachten wir, dass er einen seiner Witze machte, folgten ihm aber.

Da stand vor der Gartentür ein schmächtiges Kerlchen, kaum größer als ich 15-jähriges Mädchen, wahrscheinlich auch kaum älter. Er war ostasiatischer Herkunft, die Uniform war schlammgrau, das Gewehr zitterte in seinen Armen. Ich empfand eigentlich nur Mitleid. Stumm starrten wir uns an, dann ging er langsam weiter. Gut, dass das Ersatzheer des General Wenk bei Ferch festgehalten wurde, so war für uns der Krieg schon jetzt am 24.4. zu Ende.

Es war ein sonniger, warmer Frühlingstag.

Ingeborg Petzsch, Augsburg

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