Bernd Riexinger (l.) und Katja Kipping.
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Bernd Riexinger (l.) und Katja Kipping.

Die Linke

Umbruch bei der Linken: Kipping und Riexinger treten ab

Acht Jahre führten Katja Kipping und Bernd Riexinger die Linke. Knapp ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl treten sie im Oktober ab. Über die Nachfolge wird bereits spekuliert.

Update vom Samstag, 29.08.2020, 09.25 Uhr: Nach der Linken-Chefin Katja Kipping hat auch ihr Co-Vorsitzender Bernd Riexinger angekündigt, im Oktober nicht wieder für den Spitzenposten zu kandidieren. Das gab der 64-Jährige in einer schriftlichen Erklärung an den Bundesvorstand und weitere Parteigremien bekannt. Die Doppelspitze war vor gut acht Jahren in Kampfabstimmungen gewählt worden. Mit dem Rückzug der beiden Vorsitzenden steht der Linken nun auf dem Parteitag in Erfurt vom 30. Oktober bis 1. November ein personeller Umbruch bevor.

Der baden-württembergische Gewerkschafter Riexinger wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet. Seit 2017 sitzt er auch als Abgeordneter im Bundestag, genauso wie Kipping, die dem Parlament bereits seit 2005 angehört. Riexinger schrieb in seiner fünfseitigen Erklärung: „Ich habe die Arbeit als Parteivorsitzender sehr gerne gemacht und bin stolz darauf, dass wir Die Linke zu einer gesamtdeutschen Partei aufgebaut und weiterentwickelt haben, die heute eine stabile Kraft im bundesdeutschen Parteiensystem ist.“ Er werde sich „weiterhin mit Begeisterung und Optimismus für eine starke Linke engagieren“.

Wer Kipping und Riexinger nachfolgen könnte, ist noch unklar. Als mögliche Kandidatinnen für den Parteivorsitz sind die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler und die thüringische Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow im Gespräch.

Katja Kipping zieht sich als Vorsitzende der Linken zurück

Erstmeldung vom 28.08.2020: Berlin - Katja Kipping zieht sich nach acht Jahren von der Parteispitze der Linken zurück. Wie aus einem Brief der 42-Jährigen an die Parteigremien hervorgeht, will sie Ende Oktober beim Parteitag in Erfurt nicht erneut als Vorsitzende kandidieren. Es sei „an der Zeit, etwas Neues zu beginnen“, heißt es in der am Freitag bekannt gewordenen Erklärung.

Co-Chef Bernd Riexinger wollte den Schritt Kippings am Freitagabend auf Anfrage nicht kommentieren und äußerte sich auch nicht zu seiner eigenen Zukunft. Er kündigte aber eine eigene Erklärung für Samstagmorgen an.

Gemeinsam mit Bernd Riexinger hatte Kipping den Parteivorsitz im Jahr 2012 übernommen. Laut Satzung soll kein Parteiamt länger als acht Jahre durch dasselbe Mitglied ausgeübt werden. Deshalb war eine für Montag angekündigte Pressekonferenz mit Spannung erwartet worden, in der sich das Spitzenduo zu seiner politischen Zukunft äußern wollte.

Kipping begründete ihren Rückzug mit Respekt vor der Parteisatzung: „Innerparteiliche Demokratie heißt, dass jedes Amt ein Amt auf Zeit ist - und das ist auch gut so.“ Acht Jahre an der Parteispitze hätten ihr zudem einiges abverlangt. „Wir sind bekanntlich eine lebendige Partei, die mitunter auch gerne miteinander rauft.“

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow dankte Katja Kipping für ihre Arbeit

Kipping ist seit 2005 Abgeordnete im Bundestag. Dort war sie im Laufe der Jahre wiederholt mit der langjährigen Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht aneinander geraten, die im vergangenen November von Amira Mohamed Ali abgelöst wurde. Diese hatte damals angekündigt, die zerstrittene Fraktion einen zu wollen.

Eigentlich wollte die Linke schon im Juni einen neuen Parteivorstand wählen. Der Parteitag wurde wegen der Corona-Pandemie aber auf das Wochenende vom 30. Oktober bis 1. November verschoben. Dort wird Kipping nun nicht mehr als Parteichefin kandidieren.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow dankte Kipping für ihre Arbeit in den vergangenen Jahren. „In schwierigen Zeiten hast Du Verantwortung übernommen und ich habe mich von Dir immer gut unterstützt gefühlt“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter. Ihr langjähriger Fraktionskollege Stefan Liebich twitterte: „Für #NeueLinkeMehrheiten kämpfen wir gemeinsam. An welcher Stelle auch immer.“ (dpa)

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