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Schüler lernen im Freien
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Ob Lernen im Schulhof noch in das Infektionsschutzgesetz aufgenommen wird? Einige Politiker sprechen sich dafür aus.

Corona

Infektionsschutzgesetz: Unterricht im Freien statt Online-Schule gefordert

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Am Mittwoch soll das Infektionsschutzgesetz verabschiedet werden. Einige Politiker:innen wollen Nachbesserungen für Kinder und Jugendliche.

Berlin - Am Mittwoch steht im Bundestag die Verabschiedung des neuen Infektionsschutzgesetzes auf dem Plan. Kurz davor haben sich mehrere Politiker:innen gegen die darin verankerte Regelung für den Schulunterricht ausgesprochen. Sie wollen diese um den Unterricht im Freien erweitern.

Ziel des neuen Infektionsschutzgesetzes ist es, übersichtliche bundeseinheitliche Regeln im Umgang mit dem Coronavirus festzulegen; für Schüler und Schülerinnen in Deutschland würde das bedeuten: Steigt die Inzidenz an ihrem Schulort auf über 165, werden sie nach Hause geschickt - und dort durch Distanzunterricht Online beschult. Politiker:innen aus mehreren Parteien und Bundesländern wünschen sich für Kinder und Jugendliche aber die Option, Schulunterricht in Präsenz unter freiem Himmel abzuhalten.

Distanz-Schule für Kinder und Jugendliche gilt seit Beginn der Corona-Pandemie als letzte Lösung

Als im Februar die Lockdown-Lockerungen beschlossen wurden, war man sich nahezu durchgehend einig: Schulen und Kitas sind als Erstes dran. Die Betreuung, Förderung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen müsse an erster Stelle stehen. So kam es dann auch.

Mit dem geplanten Infektionsschutzgesetz, das der Bund am Mittwoch (21.04.2021) verabschieden möchte, stehen wieder Schulschließungen zur Debatte - nämlich genau ab einem Inzidenzwert von 165, also 165 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen sieben Tagen pro 100.000 Bürger:innen. Dann müssten Schulen schließen, und Kinder und Jugendliche erhalten alle ihre Aufgaben über Laptops, Computer, Tabletts oder Smartphones. Die Effektivität von Distanzunterricht und die mangelnde Gleichberechtigung für Schülerinnen und Schüler aus strukturschwachen Familien waren das ganze letzte Jahr über sehr umstritten.

Schule: Corona-Infektionen unter freiem Himmel sind seltener - Politiker wollen Unterricht im Freien prüfen

„Durch die Wissenschaft ist belegt, dass Aktivitäten unter freiem Himmel sicherer sind als in geschlossenen Räumen“, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas im Hinblick auf Unterricht in einem grünen Klassenzimmer. Manche Schulen nutzten die Möglichkeit bei gutem Wetter auch spontan und hielten Unterricht im Freien ab. „Schulunterricht im Freien möglich zu machen“, klinge für sie daher „erstmal gut“.

Der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Marcus Weinberg (CDU), zeigte sich noch überzeugter: „Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden.“ Auch die Ferienphasen bereiteten Weinberg Sorgen - so sei es nämlich möglich, dass einige Kinder und Jugendliche ab Inkrafttreten des Gesetzes für die nächsten rund vier Monate überhaupt keiner Lehrkraft mehr in Person gegenübertreten würden.

Weitere Monate Online-Unterricht wegen Corona wäre „Katastrophe“ für Kinder und Jugendliche

Ab Juni beginne in einigen Ländern die Sommerferien, sagte Weinberg. Er ist sicher: „Es wäre eine Katastrophe, wenn möglicherweise bis Mitte August die Kinder keine Kita oder Schule mehr besuchen könnten“, sagte er. Kinder und Jugendlichen seien seelisch erschöpft.

Auch die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Suding könnte sich vorstellen, Unterricht in Parks oder im Schulhof abzuhalten - und das so im Infektionsschutzgesetz zu verankern. „Ich unterstütze alle sinnvollen Maßnahmen, die Unterricht in Präsenz wieder möglich machen.“ Schule im Freien könne sinnvoll sein.

Unterricht im Freien ist ein „pragmatischer Schritt“ in der Bekämpfung der Pandemie

„Ein pragmatischer Schritt“ sei es laut dem Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen, auf Schule unter freiem Himmel zu setzen. „Unterricht im Freien oder Exkursionen in Parks und Wälder“ könnten bei sinkender Inzidenz eine zusätzliche Option für Lockdown-Lockerungen sein, sagte der Grünen-Politiker.

Über die bundeseinheitliche Notbremse soll am Mittwoch im Bundestag und am Donnerstag im Bundesrat entschieden werden. Erstmals in der Pandemie will der Bund damit weitreichende Kompetenzen in der Pandemiebekämpfung übernehmen. (Sophie Vorgrimler)

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