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Gut gelaunt in die nächste Welle? St. Petersburg kurz vor dem Start der Fußball-EM.
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Gut gelaunt in die nächste Welle? St. Petersburg kurz vor dem Start der Fußball-EM.

Corona und EM

Kicken im Corona-Brennpunkt

  • Stefan Scholl
    VonStefan Scholl
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Bis zu 34 000 Menschen dürfen sich zu den EM-Spielen im Petersburger Stadion versammeln. Dabei ist die Stadt derzeit ein Corona-Hotspot.

Es erwischt auch Prominente. Am Freitag wurde bekannt, dass Andrej Mostowoj, Nationalspieler bei Zenit Sankt Petersburg, positiv auf Covid-19 getestet wurde. Er fällt für die Fußballeuropameisterschaft aus, die heute mit dem Vorrundenspiel Russland-Belgien auch in der Stadt an der Newa beginnt.

Die jüngsten Zahlen aber beunruhigen ganz Russland. Am Freitag meldeten die Behörden 12 505 Neuinfizierte, die höchste Zahl seit Februar. Angesichts eines Anstiegs von 25 Prozent binnen einer Woche titelt das Nachrichtenportal znak.com ängstlich: „Ist das die dritte Welle?“

863 Neue Fälle, 45 Tote

Auf jeden Fall gehört Sankt Petersburg zu den aktuellen Brennpunkten der Corona-Verbreitung in Russland: 863 Neuansteckungen am Freitag und mindestens 45 Tote. Nur Moskau zählt mit 60 Toten mehr Corona-Opfer – bei mehr als zweimal so vielen Einwohner in der Stadt.

Das St. Petersburger Stadtportal Fontanka meldet, Notarztwagen stünden wieder drei bis vier Stunden in den Warteschlangen vor Kliniken. In einem städtischen Hospital wurden eilig 876 Betten für Covid-Erkrankte freigemacht.

Die Stadtregierung aber will keinen Alarm schlagen. Trotz oder gerade wegen der bevorstehenden Fußball-EM. „Der Anstieg hängt mit der Zyklizität der Virusaktivitäten zusammen“, erklärte Gouverneur Alexander Beglow Mitte der Woche im Radio. Man ergreife alle notwendigen Maßnahmen. Danach untersagte die Stadt Darbietungen in überdachten Gebäuden mit mehr als 3000 Zuschauern. Freiluftveranstaltungen mit mehr als 75 Teilnehmern erklärte man für genehmigungspflichtig.

St. Petersburg sprang für Dublin ein

Sieben EM-Spiele sollen in Sankt Petersburg stattfinden. Eigentlich hätten es nur vier sein sollen, aber als Dublin im März wegen der Pandemie abgesagt hatte, bot sich Petersburg sofort als Alternative an.

In der Gasprom-Arena, die 68 000 Menschen fasst, gewährt man in Absprache mit der UEFA 34 000 Gästen Einlass. Eine Fan-Zone auf dem zentralen Schlossplatz nimmt bis zu 5000 Leute auf.

Dazu kommen die „Weißen Nächte“, in denen sich an den Stadtbrücken über die Newa traditionell Tausende Menschen versammeln. Außerdem das am 13. Juni startende Musikfestival Stereoleto und die mit einer Segelschiffparade gefeierte Schulabschlussfeier „Purpurrote Segel“ am 25. Juni.

„Kopf in den Sand gesteckt“

„Unsere Behörden tun das, was sie am besten können – den Kopf vor dem Virus in den Sand stecken“, schimpft die Petersburger Lektorin Margarita, die im Winter selbst mehrere Wochen mit Covid-19 im Bett lag.

Nachdem die russischen Behörden die zweite Corona-Welle im vergangenen Winter weitgehend ignorierten, missachtet ein Großteil der einfachen Bürger Maskenpflicht und Abstandsregeln. Und die allrussische Unlust, sich impfen zu lassen, herrscht auch in Sankt Petersburg. Bis zum 9. Juni hielten von 5,4 Millionen Einwohnern nur 605 000 den Arm für eine Spritze hin.

Schon während des „Internationalen Wirtschaftsforums“ in der vergangenen Woche verschwiegen die Behörden laut Fontanka die Zahl der Neuinfizierten. Und Skeptiker befürchten, die Massenveranstaltungen zur EM könnten in neuen Massenansteckungen ausarten.

Die offiziellen Zahlen aus Russland.

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