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Kronprinz Mohammed von Saudi-Arabien (r) sprach nach der Ermordung des Journalisten Khashoggi mit dessen Sohn Salah Khashoggi.

Saudi Arabien

Khashoggi-Sohn soll Saudi Arabien verlassen haben

Der Sohn des getöteten saudischen Journalisten soll Saudi Arabien verlassen und inzwischen in den USA angekommen sein. Gegen ihn war zuvor eine Ausreisesperre erlassen worden.

Der Sohn des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat das Königreich angeblich verlassen und soll in die USA eingereist sein. Der Sender CNN berichtete am Donnerstagabend (Ortszeit), dass er nach Aufhebung seiner Ausreisesperre in den Vereinigten Staaten angekommen sei und berief sich dabei auf eine Quelle aus dem Umfeld der Familie. Demnach hat Salah bin Jamal Khashoggi sowohl die saudische Staatsbürgerschaft als auch die der USA.

Einige Stunden zuvor hatte die Leiterin der Nahost- und Afrika-Abteilung von Human Rights Watch, Sarah Leah Whitson, auf Twitter geschrieben, Khashoggis Sohn habe Saudi-Arabien nach Aufhebung der Ausreisesperre samt Familie in Richtung USA verlassen.

Der saudische Regierungskritiker Jamal Khashoggi war Anfang Oktober in das Konsulat des Königreichs in der türkischen Metropole Istanbul gegangen, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen. Danach verschwand er. Saudi-Arabien behauptete zunächst, nichts über Khashoggis Verbleib zu wissen. Nach massivem internationalen Druck erklärte Riad dann zunächst, er sei im Konsulat versehentlich bei einer Schlägerei getötet worden. Am Donnerstag folgte erneut eine Kehrtwende: Die Verdächtigen in dem Fall hätten mit Vorsatz gehandelt, teilte die Generalstaatsanwaltschaft des Königreichs mit.

Khashoggi hatte zuletzt im US-Exil gelebt und schrieb dort auch für die „Washington Post“. Deshalb und weil Saudi-Arabien ein wichtiger Verbündeter der US-Regierung von Präsident Donald Trump ist, wurden auch die Vereinigten Staaten in den Fall hineingezogen. Inzwischen hat sich die Affäre zu einem Skandal internationalen Ausmaßes ausgewachsen. (dpa)
 

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