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Kevin Kühnert: Dauerhafter Pipeline-Ausfall tut uns mehr weh als Putin

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Von: Moritz Serif

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Kevin Kühnert
Kevin Kühnert warnt vor einem dauerhaften Pipeline-Ausfall in Deutschland. © Bernd von Jutrczenka / dpa

SPD-Generalsekretär Kühnert zeigt Verständnis für die Kritik aus der Ukraine. Allerdings sei die Gasversorgung keine Kleinigkeit, wie viele gehofft hatten.

Berlin – Die Frage der Frage lautet weiterhin: Wird Russland wieder Gas nach Deutschland liefern, sobald die Wartung von Nord Stream 1 abgeschlossen ist? Kevin Kühnert, SPD-Generalsekretär, sagte dem Deutschlandfunk, dass ein dauerhafter Ausfall die Bundesrepublik deutlich härter als Präsident Wladimir Putin treffen würde.

Die Bundesregierung habe jedoch alle mögliche getan, damit es „kein technisches Argument mehr für die russische Seite“ gebe, Nord Stream nicht wieder ans Netz zu nehmen. Kühnert würde seine Hand jedoch nicht dafür ins Feuer legen, dass Russland wieder Gas liefere.

Energiekrise: Kühnert zeigt Verständnis für die Ukraine

Für Kritik aus der Ukraine zeigt der SPD-Politiker Verständnis – Sanktionen müssten Russland allerdings härter treffen als Deutschland. Die Gasversorgung sei keine Kleinigkeit, wie viele Menschen im März oder April gehofft hatten. „Insofern müssen wir hier einfach eingestehen: Diese Maßnahme, ein Abschalten dieser Nord-Stream-1-Pipeline, würde uns härter treffen als Putin - und zwar sehr deutlich“, sagte Kevin Kühnert.

Wladimir Putin sitzt in der Energiekrise am längeren Hebel
Wladimir Putin sitzt in der Energiekrise am längeren Hebel. (Archivfoto) © Mikhail Klimentyev/picture alliance/dpa

Es sei eine „traurige Wahrheit“, dass Deutschland aktuell noch auf russisches Gas angewiesen sei, um im Winter massive Probleme für Haushalte und Industrie abzuwenden. Allerdings gibt es bei der Priorisierung „keine feste Abschaltreihenfolge in Bezug auf einzelne Verbraucher oder Branchen“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Nicht nur russisches Gas ist in der Energiekrise ein Problem

Es gelte bei geringstmöglichem Schaden in der jeweiligen Situation die schnellstmögliche Lösung zu finden. „Das Leben ist dann nicht mehr fröhlich und locker, und deshalb bin ich sicher, dass solche Eingriffe auf Verständnis stoßen würden“, sagte Müller. Doch nicht nur russisches Gas ist ein Problem – Deutschland ist zudem sehr abhängig von Rohstoffen aus China. Das Land der Mitte ist der größte Rohstoffproduzent und -verbraucher der Welt.

„Jede rohstoffrelevante Veränderung in China, beispielsweise konjunkturbedingte Nachfrageschwankungen, beeinflusst die weltweiten Rohstoffmärkte und die Preisentwicklung“, sagt Yun Schüler-Zhou, China-Expertin bei der Deutschen Rohstoffagentur. Preisschwankungen hätten eine große Auswirkung auf die deutsche Industrie. (mse/dpa)

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